Ein Haus zum Leben: So soll das „Haus Haidehof“ bald aussehen

Die Pläne für den Neubau in Simmering wurden am Montag präsentiert. Der Baustart ist für 2027 angesetzt.
Mehrstöckiges modernes Gebäude mit großen Fenstern, umgeben von Bäumen, Blumenbeeten und Sitzbänken, Menschen im Außenbereich.

Wien wächst: Bis 2040 sollen laut Statistik Austria 2,2 Einwohner und Einwohnerinnen in der Stadt wohnen. Jede fünfte Person soll zu diesem Zeitpunkt bereits 65 Jahre oder älter sein. Mit der Stadt und der Lebenserwartung der Menschen wächst demnach auch der Bedarf nach Pflege und Betreuung.

Der neue „Haus Haidehof“ in der Rzehakgasse in Simmering soll nun zeigen, wie diese künftig aussehen kann. Am Montag präsentierten die „Häuser zum Leben“ gemeinsam mit der Sozialbau Ag das Siegerprojekt des geplanten Neubaus. Das mittlerweile abgerissene „Haus Haidehof“ entsprach baulich und in seinen Grundrissen nicht mehr den Anforderungen eines modernen Hauses zum Leben. Sowohl energietechnisch als auch infrastrukturell sei das Gebäude nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik gewesen, so die „Häuser zum Leben“. Was heißt das konkret für den kommenden Neubau?

Pflege neu denken

„Mit diesem Projekt gehen wir bewusst neue Wege im Sinne unsere Häuserstrategie 2030+. Wir denken Pflege, Wohnen, und Nachbarschaft zusammen“, erklärt Christian Hennefeind, Geschäftsführer der „Häuser zum Leben“. Zusätzlich zu über 280 Pflege- und Betreuungsplätzen sollen dort nämlich öffentliche Grünflächen sowie ein Café und ein Primärversorgungszentrum entstehen.

Geplant sind unter anderem ein offen gestaltetes Erdgeschoss, ein grüner Vorplatz und eine Gartenterrasse. Auch Freizeitangebote und einen generationenübergreifenden Club soll es künftig geben, wo ebenfalls Aktivitäten für alle Interessierten angeboten werden, heißt es von den „Häuser zum Leben“.Vorteile sollen dadurch auch für das umliegende Grätzl entstehen. „Durch die Freiflächen, offen angelegte Plätze und einladende Begegnungsräume entstehen lebendige Grätzlzentren, die das Miteinander im Stadtteil fördern, den sozialen Zusammenhalt stärken und eine hohe Lebensqualität für alle Generationen bieten“, so Bezirkschef Thomas Steinhart (SPÖ).

Das Konzept sei durch die Offenheit geprägt: „Früher gab es einen Riegel in der Wohnumgebung mit einem Zaun – man kam nicht rein oder raus. Das Haus selbst hat auch nichts angeboten für die Nachbarschaft“, erzählt Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) über den abgerissenen „Haidehof“. Man müsse die Betreuung in der Stadt aber neu denken.

„Grundsätzlich brauchen wir mehr Betreuungsleistung. Diese muss aber neu definiert werden. Menschen wollen eben in keiner Schuhschachtel leben. Diese Transformation gilt es hinzubekommen“, so Hacker zum KURIER. Der Begriff „Häuser zum Leben“ werde jetzt wirklich mit Inhalt befüllt, ist er überzeugt.

Rendering: Menschen sitzen und unterhalten sich auf einer sonnigen Terrasse mit Pflanzen und modernen Sitzgelegenheiten, umgeben von viel Grün.

Der Neubau soll mit offenen Strukturen auch die Nachbarschaft zum Verweilen einladen. 

Vier Männer stehen auf einer Baustelle vor Plakaten mit Architekturentwürfen und halten gemeinsam eine Visualisierung eines Bauprojekts.

Thomas Steinhart, Bezirksvorsteher Simmering, Hannes Stangl, Technischer Direktor SOZIALBAU AG, Peter Hacker, Sozialstadtrat und Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben (v.l.n.r.) bei der Präsentation

Mehrstöckiges modernes Gebäude mit großen Fenstern, umgeben von Bäumen, Blumenbeeten und Sitzbänken, Menschen im Außenbereich.

So soll der Neubau künftig aussehen.

Baustart 2027

Das neue „Haus Haidehof“ ist das erste Projekt dieser Art, welches im Zuge der „Häuserstrategie 2030+“ von den Fonds Soziales Wien (FSW) und der Stadt Wien umgesetzt wird. Neu ist zudem, dass das Bauvorhaben nicht eigenhändig von den „Häuser zum Leben“ umgesetzt, sondern von der Sozialbau AG errichtet wird. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 100 Millionen Euro, ein Viertel davon trägt die Stadt Wien. Der Baustart ist für 2027 angesetzt. Bereits 2030 sollen erste Bewohnerinnen und Bewohner in den Neubau einziehen können. Wer das sein wird, steht zum Teil bereits fest: Ist das neue „Haus Haidehof“ nämlich erstmal fertiggestellt, steht bereits die nächste Transformation einer Pflegeeinrichtung an.

Weitere in Planung

Bei dem ausgewählten Objekt handelt es sich um das „Haus Maria Jacobi “ in der Landstraße. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen vorübergehend dann hier einquartiert werden, damit die Bauarbeiten im dritten Bezirk durchgeführt werden können“, sagt Hacker. Zu diesem Zeitpunkt sei bereits das nächste Objekt in Planung, ist er überzeugt. Welches das sein wird, sei derzeit noch festgelegt.

Kommentare