Chronik | Wien
23.12.2011

Pfefferspray: Trafikant vertrieb drei Räuber

Überraschungseffekt: Ein Täter war mit einer Pistole bewaffnet, doch das Trio ergriff die Flucht.

Nehmen Sie sich ein Stück Schoko.“ In der Trafik von Peter Gamp, 51, in der Neilreichgasse (Wien-Favoriten) stehen die Kunden Schlange. Gamp verteilt Süßigkeiten und wünscht „Frohe Weihnachten“. Es bleibt keine Zeit, um vom Vorabend zu erzählen.

Dabei hätte der Geschäftsmann allen Grund dazu. Gamp vertrieb mit einer kräftigen Ladung Pfefferspray drei Räuber. „Damit haben die nie gerechnet“, sagt er dem KURIER. Als gegen 18.15 Uhr drei maskierte Gestalten das Geschäft betraten, stand gerade sein 23-jähriger Sohn an der Kassa. „Überfall, Geld her!“, forderte ein Maskierter, zeigte ihm seine Pistole. Gamp dachte nicht lange nach. „Ich hab’ mir den Spray geschnappt und einem mitten ins Gesicht gesprüht.“ Die Täter ergriffen getrennt die Flucht. Gamp sprintete einem hinterher, musste aber aufgeben. „Ich bin durch die Pfefferspray-Wolke gerannt. Das brennt heute noch.“

Schon im April machte er sich als „Räuberschreck“ einen Namen: Gamp lieferte sich eine Rangelei mit dem Täter. Den jetzigen Vorfall hat er mit acht Kameras genauestens dokumentiert. Er schaut sich die Bilder immer wieder an, hat der Polizei Kopien übergeben. Gamp: „Das sollte meine Frau nicht hören, aber ich würde wieder so reagieren.“