Chronik | Wien
01.10.2014

Einsamer Tod in der Donau

Die Leiche des Ex-ORF-Journalisten Peter Pirker wurde nach Monaten identifiziert.

Das Rätsel um den seit 21. Mai vermissten Ex-ORF-Mann Peter Pirker (70) ist geklärt. Die Leiche des auch als „Pionier des Privatfernsehens“ bekannten Mannes wurde bereits am 29. Mai in Wien aus der Donau gefischt. Erst ein regelrechter Krimi bei der Identifizierung führte nun zum Ziel.

Denn der Tote lag tagelang im Wasser, bevor er nahe des Praters entdeckt wurde. Eine unmittelbare Identifizierung der Leiche oder die Abnahme von Fingerabdrücken waren nicht mehr möglich. Ein weiteres Problem war, dass die Polizei keinen Gebissabdruck bekam, weil Pirker nicht in Österreich, sondern in Ungarn zum Zahnarzt ging. Da keine Anzeichen auf ein Verbrechen vorlagen, erlaubte die Staatsanwaltschaft keine Hausdurchsuchung. Pirkers Familie hatte keine Schlüssel, weshalb am Ende doch eine Durchsuchung seiner Wohnung in der Wieden ermöglicht wurde. Nach wochenlanger Fahndung gab es nun den DNA-Treffer.

Schillernder Journalist

Pirker war ein bekannter Journalist. Er arbeitete für den KURIER, die Kronen Zeitung und beim ORF für Sendungen Inlands- und Auslandsreport. Er war Moderator des legendären „Club 2“ und Chefredakteur des SAT1-Studios Hamburg.

Gegen Ende seines Lebens kam es überraschend zum finanziellen Absturz. Keinem seiner Weggefährten ist bisher erklärlich, warum ausgerechnet er als Wirtschaftsfachmann auf den so genannten Wash-Wash-Trick hereinfiel. Dabei wird den Opfern vorgegaukelt, dass entwertete Geldscheine durch eine spezielle Chemikalie zu echten Banknoten „gewaschen“ werden können. Dafür bräuchten die Täter – meist Nigerianer – Finanziers. Pirker verkaufte ein Ferienhaus und eine Wohnung. Das Motiv für seinen Freitod dürften die so entstandenen Schulden sein.