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Analyse
09/25/2019

Pattsituation auf dem Schwedenplatz: Umgestaltung verzögert sich

Der Bezirk gibt die Freigabe für das Projekt nicht, weil wesentliche Fragen ungeklärt sind. Das Planungsressort will diese Fragen erst klären, wenn der erste Teil umgestaltet ist.

von Julia Schrenk

Man hätte es wissen können.

Oder zumindest erahnen.

Schon als die damalige Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) und der ÖVP-Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl, die Pläne für die Umgestaltung des Schwedenplatzes präsentierten – das war 2016 – stand der Bezirkschef auf der Bremse.

Im Gegensatz zu den Architekten, die euphorisch ihre Pläne zeigten, und der Stadträtin, die froh war, dem Schwedenplatz endlich ein „neues Gesicht“ verpassen zu können, blieb der Bezirksvorsteher zurückhaltend. „Das Projekt hat Potenzial, umgesetzt zu werden“, ließ er wissen.

Was das näher bedeutete, erläuterte er damals nicht.

Drei Jahre später ist klar, was Figl damit meinte.

Zur Erinnerung: Geplant ist, den Schwedenplatz grüner und ansehnlicher zu machen. 160 Gingko-Bäume sollen in einer Allee gepflanzt werden. Der Platz soll „enthüttelt“ werden, mehr ein Aufenthaltsort sein, als ein (Bus)Parkplatz.

2020 hätte der erste Teil des Umbaus abgeschlossen sein sollen. Doch bis jetzt ist nichts geschehen.

Denn Figl weigert sich, die Planungsfreigabe für das Projekt zu geben. „Es gibt ein Projekt, das gewonnen hat. Aber wenn die wichtigsten Fragen nicht geklärt sind, kann keine Freigabe erteilt werden“, heißt es aus seinem Büro. Bei den „wichtigsten Fragen“ handelt es sich um jene nach „Grund und Boden“.

Konkret: Für die Gingko-Allee müssten eine Tankstelle, eine Tiefgarage, sowie die Gleise der Straßenbahnen verlegt werden. Mit den jeweiligen Betreibern habe aber noch niemand gesprochen.

Das bestätigen nicht nur die Wiener Linien („Bislang ist niemand an uns herangetreten“).  Auch laut einer Sprecherin der aktuellen Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) haben noch keine Gespräche stattgefunden. Und zwar, weil „die Umgestaltung des Schwedenplatzes immer als Zwei-Phasen-Bauprojekt geplant war“. Geplant ist ja, im ersten Schritt das Areal rund um die U-Bahn-Station zur Rotenturmstraße hin zu verschönern. Erst im zweiten Schritt sollten gröbere Bauarbeiten wie etwa das Verlegen der Gleise erledigt werden.

„Der erste Teil hätte 2020 fertig sein können“, sagt die Sprecherin. Würde jetzt mit dem Bau begonnen, wäre der erste Teil frühestens 2023 fertig. Die Bauverzögerung beträgt also mittlerweile drei Jahre.

Getrübtes Verhältnis

Überraschend ist das nicht wirklich. Hebein hat das Projekt Schwedenplatz von ihrer Vorgängerin als Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou übernommen. Das Verhältnis von ihr und Figl war nicht das Beste. Sie wollte die Umgestaltung des Schwedenplatzes, ihm war vor allem die Sanierung des Stephansplatzes wichtig.

Die ist auch gekommen – ebenso wie die von Vassilakou forcierte Umgestaltung der Rotenturmstraße zur Begegnungszone. Und mit der ist Figl bis jetzt sprichwörtlich nicht ganz grün.

Eine Lösung in der Causa Schwedenplatz ist vorerst nicht in Sicht.

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