Pädophiler Wiener chattete mit verdeckten Ermittlern

40-Jähriger wollte Mädchen dazu bringen, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und ihm davon Bilder zu schicken.
Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie

Gemeinsam mit seiner Mutter betritt der Angeklagte am Dienstag den Verhandlungssaal im Landesgericht für Strafsachen. Er antwortet dem vorsitzendem Richter mit leiser Stimme, als dieser ihn mit den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft konfrontiert. 

Der 40-jährige Koch soll „in Missbrauchsabsicht“ unmündigen Mädchen geschrieben und sie so dazu bringen haben wollen, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt.

Im Frühjahr 2025 schrieb der 40-Jährige zweimal vermeintlich zwölfjährige Mädchen über Instagram an. In beiden Fällen handelte es sich aber um verdeckte Ermittler aus Deutschland, die diese Informationen an ihre österreichischen Kollegen weiterleiteten. 

Instagram-Account mit echten Namen

Da der Beschuldigte seinen Instagram-Account mit seinem Foto und seinem Klarnamen hinterlegt hatte, war es für die Polizei keine große Herausforderung, die Identität des Mannes auszuforschen. „Haben Sie sich nicht gedacht, dass sie so leicht erkannt werden könnten?“, wollte der Richter wissen. Er könne sich nicht mehr erklären, warum er das gemacht habe, antwortete der Beschuldigte. 

Reumütiges Geständnis

Vor dem Schöffensenat legte er ein umfassendes und reumütiges Geständnis ab. Über seine pädophile Neigung wisse er schon länger Bescheid, habe sich aber „leider zu spät damit beschäftigt“. Bei der ersten polizeilichen Einvernahme habe  er diese Störung auch noch geleugnet, sagte seine Rechtsvertreterin Rafaela Goj. „Die Einleitung des Strafverfahrens war ein Wendepunkt im Leben meines Mandanten. Er hat sich davor aus Scham niemandem anvertraut“, erklärte die Anwältin. 

Therapie-Einheiten

Goj betonte auch, dass ihr Mandant inzwischen alle zwei Wochen einen Termin bei der Männerberatung wahrnehme, um im Rahmen einer Therapie seine Neigung in den Griff zu bekommen.  Im Vorjahr sei außerdem der geliebte Großvater des Mannes gestorben, was beim 40-Jährigen „eine schwere emotionale Krise“ ausgelöst habe. Diese habe er mit der versuchten Anbahnung zu unmündigen Mädchen zu kompensieren versucht, erläuterte Goj: „Er schämt sich extrem für das von ihm gesetzte Verhalten.“

Bei der Hausdurchsuchung stellten Ermittler am Handy, am Ipad und am Desktop des Mannes einschlägiges Material sicher. Dabei stellte sich heraus, dass der 40-Jährige sich seit 2014 über Telegram-Kanäle 52 pornografische Dateien mit Missbrauchsdarstellungen von unmündigen Minderjährigen und weitere 36 mit mündigen Minderjährigen verschafft und auf diversen Datenträgern abgespeichert hatte. 

„Ich werde alles dafür tun, dass es präventiv nicht mehr passiert“, sicherte der Angeklagte zu. Der Schuldspruch von zwei Jahren bedingter Haftstrafe ist bereits rechtskräftig. Der bisher Unbescholtene akzeptierte die über ihn verhängte, mit einer dreijährigen Probezeit versehene Bewährungsstrafe sowie die Weisung, seine Therapie fortzusetzen.

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