Chronik | Wien
29.07.2017

Packerl aus dem Darknet: Strengere Kontrollen am Flughafen Wien-Schwechat

Drogen und Waffen aus dem Darknet erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das zeigte auch die von österreichischen und deutschen Ermittlern durchgeführte Operation "Porto", bei der wie berichtet 6.000 Postsendungen mit insgesamt 170 Kilogramm Suchtgift sichergestellt wurden.

Um den illegalen Handel jetzt mehr unter Druck zu setzen, werden in Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden die Flughäfen strenger kontrolliert. Bei dem grenzüberschreitenden Projekt, das von der EU kofinanziert wird, arbeiten das Bundesministerium für Inneres (BMI), das Bundeskriminalamt (BK) und die Zolleinheiten des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) mit sechs anderen Ländern zusammen. Insgesamt 30 heimische Beamte sind im Einsatz.

Hauptaugenmerk wird dabei auf den Passagier, Fracht- und Postverkehr gelegt – und das mit Erfolg. "In einer Stunde werden bis zu 50 Packerl beschlagnahmt", erzählt ein Ermittler bei einem Lokalaugenschein.

Dieter Csefan, Leiter des Büros für Suchtkriminalität im Bundeskriminalamt erklärt: "Unsere Intention ist: Hinter jedem Packerl steckt natürlich auch ein Drogenhändler. Die meisten Bestellungen sind aber für Subdealer gedacht. Deshalb wollen wir nicht nur auf die Verkäufer sondern auch den Empfänger aufmerksam werden."

Hände gebunden

Die gesetzlichen Richtlinien erschweren laut Csefan aber die Arbeit. "Briefsendungen dürfen wir zum Beispiel nicht öffnen." Deshalb werden speziell ausgebildete Spürhunde eingesetzt. Am Flughafen Wien-Schwechat sind insgesamt sechs solcher Vierbeiner im Einsatz. Beim Frachtverkehr werden mobile Röntgengeräte – ähnlich wie bei der Sicherheitskontrolle –, eingesetzt.

Im Zuge des zweijährigen Projektes wurden bisher drei Schwerpunktaktionen – sogenannte Action Days – umgesetzt. Auf dem Flughafen Wien-Schwechat sowie an elf anderen Airports in Tschechien, Kosovo, Portugal, Spanien, Schweiz und Deutschland fanden im März, im Mai und diese Woche bereits Schwerpunktaktionen statt. Darüber hinaus werden laufend weitere Kontrollen durchgeführt.