Wie 400 Polizisten und drei Hunde den Opernball sichern

Innenminister Karner führte durch die Oper. Es gelte trotz der zweithöchsten Terrorwarnstufe keine konkrete Bedrohung.
OPERNBALL: BUNDESMINISTERIUM FÜR INNERES (BMI) LOKALAUGENSCHEIN ZU DEN SICHERHEITSMASSNAHMEN

Von Maximilian Gruber

Der Parkettboden ist bereits verlegt, das Licht im großen Ballsaal stimmungsvoll gedimmt. Blumengestecke in rot und violett zieren die prunkvollen Räume der Wiener Staatsoper, in denen noch vereinzelt Hammergeräusche der letzten Vorbereitungen zu hören sind. 

Noch sind die Logen und der Saal leer, doch Donnerstagabend werden sie mit 5.000 Gästen aus der High Society des In- und Auslands gefüllt sein. Und die Wiener Polizei ist im Großeinsatz.

Am Mittwoch hat sie zusammen mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) einen Einblick in das Sicherheitskonzept für den 68. Wiener Opernball gegeben. 

Polizisten in Ballkleid und Frack

Dabei werden rund 400 Beamte – sowohl uniformiert als auch zivil in Ballkleid oder Frack – im Einsatz sein. Sie kommen unter anderem aus dem Streifendienst, dem Kriminaldienst sowie dem Verfassungsschutz. Doch auch drei Diensthunde unterstützen die Polizei.

Karner verwies beim Lokalaugenschein auf die derzeit in Österreich geltende zweithöchste Terrorwarnstufe „vier von fünf“. Der Opernball sei eine Großveranstaltung, die im internationalen Rampenlicht stehe. 

Oper am Montag im "Lockdown"

Zwar gebe es kein konkretes Bedrohungsszenario, dennoch habe die allgemeine Lage „Einfluss auf die akribischen Vorbereitungen für den Opernball“, erläutert Karner.

Am Montag gab es in der Staatsoper einen "Lockdown", in dem das ganze Gebäude durchsucht wurde. Seither wird die Oper überwacht

Das betreffe unter anderem die Ein- und Ausgänge, Lieferanten sowie alle weiteren Personen, die in die Vorbereitungen involviert seien, sagte Dieter Csefan, Vizepräsident der Landespolizei. „Wir kontrollieren genau, wer hinein- und hinausgeht.“ Außerdem wurde die Oper von Diensthunden durchsucht.

Demos angekündigt

Während der Ballnacht, wenn sich Saal und Logen füllen, gelte eine Durchsuchungsverordnung, um bei Bedarf gefährliche Gegenstände aus dem Verkehr zu ziehen. „Wir rechnen aber nicht mit Leuten, die stören wollen“, meint Csefan.

Für den Ball wird wieder auf das Einsatzkonzept des Vorjahres zurückgegriffen, betonte Stadthauptmann Klaus Schachner. 

So soll der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt werden. Und auch die angekündigten Demonstrationen – zwei Standkundgebungen und eine Marschkundgebung mit 800 Personen sind angemeldet – sollen berücksichtigt werden, wenn es in der Oper heißt: „Alles Walzer!“

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