Geheimsache ÖFB: Heikle Verhandlungen um alte Büros im Happel-Stadion

Noch immer keine Einigung zwischen Stadt Wien und Fußballbund über die Nutzung der früheren Geschäftsstelle. Nur in einem Punkt sind sich beide einig.
Panoramaaufnahme des Ernst-Happel-Stadions.

Das ÖFB-Nationalteam ist im Ernst-Happel-Stadion ein gern gesehener Gast: Wenn heute (20.45 Uhr) der freundschaftliche Länderkampf gegen Südkorea steigt, wird das Oval wieder annähernd voll sein; und schon der 5:1-Erfolg über Ghana am Freitag entzückte das Publikum in der altehrwürdigen Arena.

Der ÖFB selbst ist im Happel-Stadion freilich nicht mehr so gern gesehen – jedenfalls im Büro-Bereich. Denn wie der KURIER schon im September berichtete, liegt der Fußballbund nach wie vor im Clinch mit der Stadt Wien wegen der Nachnutzung der Räumlichkeiten der bisherigen ÖFB-Geschäftsstelle. Diese befindet sich nunmehr am neuen ÖFB-Campus in Aspern, wohin die bisher im Prater auf 1.300 Quadratmeter Fläche untergebrachten 100 Mitarbeiter übersiedelt sind.

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Baucontainer vor dem ÖFB-Eingang im Happel-Stadion. 

Die Stadt Wien wollte diese Flächen danach eigentlich gratis vom Eigentümer ÖFB übernehmen und für den eigenen Bereich nutzen; dazu berief man sich auf „mündliche Abmachungen“ und stellte bis Ende 2025 ein Ultimatum. Bis dahin sollte das Versprechen in „valider Form“ vorliegen, forderte die zuständige Sportstätten-Chefin Sandra Hofmann. Doch der ÖFB ließ sich nicht unter Druck setzen, sprach „von konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Wien“ und lieferte nicht wie gewünscht. Zuletzt stand vor dem Eingang zur Ex-Geschäftsstelle – immer noch mit ÖFB-Logo – ein Baucontainer. Denn: „Die Übersiedlung nach Aspern ist noch nicht zur Gänze abgeschlossen.“

Diese Aussage kommt gleichlautend von Hofmann wie vom ÖFB – und sie ist auch die einzige Auskunft, die es zum gesamten Sachverhalt gibt. Womit zumindest in einem Punkt schon Einigkeit herrscht.

Auch hinter vorgehaltener Hand will in dieser offensichtlich heiklen Phase der Verhandlungen – noch dazu im Vorfeld der WM – dazu niemand etwas sagen. Eine Geheimsache also – hoffentlich so spannend wie das Match am Dienstag.

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