Ausgepritschelt: Mit Ende des Schuljahres können die Schüler nicht mehr ins kühle Nass springen.

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Aufregung
11/04/2014

Nicht mehr finanzierbar: De la Salle Schule sperrt Hallenbad

Ein Wohnbau soll das Bad ersetzen. Die 1000 Schüler müssen künftig auswärts schwimmen.

von Anna-Maria Bauer

Verärgert, irritiert und getäuscht – so fühlen sich viele Eltern, deren Kinder die private katholische "De la Salle"-Schule in Strebersdorf (21. Bezirk) besuchen. Ein Schulkomplex (bestehend aus Volks-, Hauptschule und Gymnasium), der dank Fußballfeld, Tennisplatz und einem Hallenbad durch sein großes sportliches Angebot überzeugt hat.

Ob das weiterhin so sein wird, ist unklar. Mittels eines Schreibens wurden Eltern informiert, dass "der weitere Betrieb des Hallenbades leider nicht mehr finanzierbar" ist. Eine weitere Instandhaltung würde "den Schulstandort Floridsdorf bei Weitem überfordern" und "mittelfristig den gesamten Schulbetrieb" gefährden. Stattdessen soll an dieser Stelle ein Wohnbau-Projekt errichtet werden.

Ein Schock für viele Eltern. Mehr als 1200 Menschen haben sich bereits der Facebook-Gruppe "Das Bad der Schulbrüder in Wien muss erhalten bleiben" angeschlossen. "Wir haben diese Schule aufgrund des Sportangebots ausgesucht", schreibt eine Mutter in dem Forum, "und zahlen dafür nicht wenig Geld." 500 Euro kostet ein Platz im Gymnasium derzeit pro Monat.

"Schrecklich", sagt auch ein Vater. Gerade bei Stadtkindern sei es wichtig, dass sie sich austoben können. Warum müsse gerade das Hallenbad daran glauben?

Das wirft Hans Jörg Schimanek, WIFF-Parteiobmann (Wir für Floridsdorf), den zuständigen Politikern vor. Dauernd sei von "Bewegung für Jugendliche" und der täglichen Turnstunde die Rede, und dann sehe man zu, wie ein Schwimmbad abgerissen wird. Schimanek sieht Politiker wie Schulbrüder gefordert, aktiv zu werden und das Bad doch zu erhalten.

Überdimensioniert

Walter Kröner, Provinzökonom der Schulbrüder, versucht zu kalmieren: Das Hallenbad sei in seiner jetzigen Größe überdimensioniert. Es sei aber angedacht, in dem neuen Wohnprojekt ein kleines Schwimmbad zu integrieren. Wann das neue Bad eröffnen könnte, ist noch ungewiss.

Die Benützung der alten Schwimmhalle wird bereits ab 1. Juli 2015 nicht mehr möglich sein. Und in der Zwischenzeit? "Für den verpflichtenden Schwimmunterricht wird es Ausweichmöglichkeiten geben", verspricht Kröner. Konkrete Pläne gäbe es noch keine; man arbeite aber bereits an anderen Ideen, um den Schulstandort allgemein attraktiver zu machen.

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