Chronik | Wien
10.10.2017

Neues Restaurant beim Belvedere stößt auf massiven Widerstand

Anrainer fürchten Lärmbelästigung und kritisieren die Rodung von Bäumen im Garten.

Große Aufregung herrscht derzeit im 4. Bezirk wegen eines neuen Gastro-Bauprojekts: Dem seit 18 Jahren brach liegenden Restaurant "Belvederestöckl" am Areal des Schwarzenbergparks, nahe dem Belvedere-Eingang, soll neues Leben eingehaucht werden. Walter Welledits, Inhaber des "Salmbräu", welches sich auf der anderen Seite des Parks befindet, plant, das Restaurant im Sommer 2018 samt dreistöckigem Zubau neu zu eröffnen. Das neue Restaurant wird den Namen "Stöckl im Park" tragen. Die Baugenehmigung ist bereits erteilt.

Das ruft die Anrainer auf den Plan. Eine Bürgerinitiative gegen das Restaurant mit dem Namen "Nein zum permanenten Oktoberfest beim Belvedere" kritisiert unter anderem die Vorgehensweise bei der Widmungsbeschaffung. Die Anzahl der Nachbarn sei ihrer Ansicht nach mithilfe eines Widmungstricks reduziert worden, wodurch die Pläne erst bei Besprechungen zur Betriebsstättenbewilligung an die Öffentlichkeit gekommen seien. "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt", ärgert sich Anrainer Helmut Schneider bei einer Bürgerversammlung, die Montagabend im Pfarrsaal der Kirche St. Elisabeth stattfand. "Wir wurden erst vor drei Wochen informiert, davor gab es nur Gerüchte."

Ähnlich auch Ralf Bork, Anrainer und Architekt: "Es wurden wirklich alle Tricks angewendet." Zudem sei das Projekt "keine architektonische Glanzleistung".

Die Grätzl-Bewohner befürchten auch, dass das Restaurant eine erhöhte Verkehrsbelastung und Parkplatz-Engpässe nach sich ziehen werde. Insgesamt sollen für 880 Gäste, die mit dem Auto und vor allem auch mit dem Bus anreisen könnten, nur vier Stellplätze vorgeschrieben sein. "Das ist ein massiver Eingriff in die grüne Lunge Wiedens", sagt Schneider dazu.

Angst vor Lärm

Viele Anrainer rechnen außerdem mit nächtlicher Lärmbelästigung durch betrunkene "Biertouristen". Das "Stöckl im Park" soll täglich von 9 Uhr bis um Mitternacht geöffnet sein. Auch bestehende Bäume des Belvederegartens sollen gerodet werden.

Auf Anfrage des KURIER dementiert Salm-Bräu-Chef Welledits die Anschuldigungen: Es würden "Behauptungen, die nicht stimmen" aufgestellt. Die Bäume müssten beispielsweise gefällt werden, weil sie eine Mauer, die unter Denkmalschutz steht, sprengen würden, "uns stören die Bäume nicht". Er habe außerdem versucht, mit den Anrainern zu sprechen. "Ich strecke den Leuten meine Hand aus."