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Neuer Anlauf für Sonntagsöffnung: „Bares Geld auf Straße liegen lassen“

Neos nach guten Umsatzzahlen während des Songcontests mit neuem Vorstoß zur Sonntagsöffnung im Handel.
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Es ist ein Thema, bei dem die Wiener Neos nicht locker lassen wollen, auch wenn es dabei mit dem Koalitionspartner keine Einigung geben wird: Bei den Sonntags- und Feiertagsöffnung für den Wiener Handel.

Es sind vor allem die Zahlen vom Song Contest, aus denen Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig ein enormes Potenzial abliest, während geschlossene Geschäfte die Wertschöpfung gebremst hätten. Für ihn sei die Woche im Mai eine verpasste Chance gewesen – vor allem auch deshalb, weil es mit dem Feiertag am Donnerstag und dem Sonntag gleich zwei Tage für mehr Umsatz gegeben hätte, ärgert sich Ornig.

„Der ESC hat uns klar vor Augen geführt, wie viel Leben und Kaufkraft in Wien steckt. Aber genau an dem Wochenende, an dem Zehntausende Besucherinnen und Besucher durch unsere Einkaufsstraßen spazierten, standen sie feiertags und sonntags vor verschlossenen Türen. Da haben wir schlicht bares Geld auf der Straße liegen lassen“, stellt er klar.

Markus Ornig.

Markus Ornig. 

Mehr als 150 Millionen Euro hätten die Gäste aus aller Welt beim ESC 2026 in den Betrieben der Stadt gelassen – ein Zuwachs von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, rechnet der Neos-Politiker vor.

Keine Einigung vor ESC

Der Eurovision Song Contest habe damit Wiens Beherbergungsbetrieben im Mai ein historisches Umsatzplus beschert. Neos und auch die Wiener ÖVP hatten im Vorfeld vorgeschlagen, den ESC als Testlauf für eine befristete Feiertags- und Sonntagsöffnung zu nutzen, dafür gab es aber keine Einigung. Entmutigen lassen will sich Ornig nicht: „Wir wollen diesen Weg weitergehen. Gemeinsam mit den Sozialpartnern wollen wir zumindest eigentümergeführten Geschäften im Handel die Freiheit geben, selbst über ihre Öffnungszeiten zu entscheiden.“

Dabei betont er, dass es faire Regeln für Beschäftigte, echte Chancen für Studierende und Flexibilität für Betriebe und verlässlichen Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben müsse. Die bestehenden Regelungen zu Ruhezeiten sowie die maximale Wochenarbeitszeit bleiben vollinhaltlich unangetastet. 

Regeln müssen weiter gelten

Attraktive Zuschläge und Ersatzruhetage stellen eine faire Entlohnung sicher, ist Ornig überzeugt: „Gerade für junge Menschen und Studierende sind der Feiertag und Sonntag eine wertvolle Gelegenheit, das eigene Budget aufzubessern und unter der Woche den Kopf frei fürs Studium zu haben.“, Er ist jedenfalls sicher: „Die Umsatzzahlen zum ESC sprechen eine deutliche Sprache. Geben wir unseren Wiener Unternehmerinnen und Unternehmern endlich die Freiheit, diese Chancen auch zu nutzen.“

So einfach wird sich das nicht umsetzen lassen, blickt man auf die Stellungnahmen von SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig zu dem Thema. Erst am Landesparteitag, kurz vor dem Song Contest hatte sich Ludwig mit dem Verweis auf die Euro 2008 einzementiert. Damals habe ein großer Aufwand nur wenig Ergebnis gebracht, deshalb sei das Thema auf für die nächste Zeit ad acta gelegt. Und dabei werde die SPÖ auch bleiben.

Ludwigs derzeit höchst umstrittener Freund Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer und als Sozialpartner einer der Verhandlungspartner in Sachen Sonntagsöffnung, hatte sich – wie Ludwig – gegen eine generelle Sonntagsöffnung ausgesprochen, er machte sich aber für „Tourismuszonen“ stark. Also Bereiche, in denen Unternehmern ermöglicht werden soll, auch am Sonntag öffnen zu dürfen. Nicht zu müssen.

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