Nachlesen im eigenen Programm

Was in Wien in Sachen Verkehr umgesetzt wird, ist eine Frage des politischen Willens. Und der steht eigentlich im Regierungsprogramm.
Wallensteinstraße

Die Stadt Wien und der Verkehr auf den Straßen – das fremdelt gut und gerne miteinander. Über viele Jahre hinweg etwa hat SPÖ-Stadträtin Ulli Sima versichert, dass längst alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, den öffentlichen Verkehr zu beschleunigen – nachzuhören in Archiv der Rathausdebatten aus dem Jahr 2021. 

Jetzt geht doch noch etwas, wie die Wiener Linien kürzlich bekannt gegeben haben. Dabei hat sich an den Voraussetzungen in Wien kaum bis gar nichts verändert. 

Dennoch versprechen die Wiener Linien jetzt „weitere Ampelbevorrangungen und grüne Wellen, sowie die Beseitigung von besonders anfälligen Falschparker-Hotspots“, ebenso sollen Abbiegespuren angepasst und zusätzliche Spuren für Straßenbahnen und Busse geschaffen werden. Demnach war es keine Fragen des Könnens, sondern des Wollens, eine politische Entscheidung. Gut, dass diese jetzt getroffen wird.

Kein einziger Baum

Eine politische Entscheidung ist es auch, welche Straßenzüge einer Verbesserung unterzogen werden. Im Regierungsprogramm sind unter dem Titel „Mehr Platz zum Leben“ 15 Projekte konkret angeführt, die in dieser Periode umgesetzt werden sollen.

Da geht es darum, „urbane Hitzeinseln zu reduzieren und Straßenzüge zu entsiegeln und zu begrünen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern“. 

Die Wallensteinstraße ist eine davon. Und diese Straße zählt wohl zun jenen Bereichen, in denen der Verbesserungsbedarf zum mitunter höchsten in Wien zählt. (Ja, es gibt noch viele andere, die Wallensteinstraße sei stellvertretend genannt.) 

Kein einziger Baum, schmale Gehsteige, keine Radwege, aber jede Menge Platz für Autos – was noch dazu zum Schnellfahren einlädt. Aufenthaltsqualität? Gleich Null. Vom Umbau will die Stadt jetzt nichts wissen. Die Verantwortlichen sollten im Regierungsprogramm nachlesen und – trotz Spardruck – die nötigen Schritte setzen. Für die Wallensteinstraße. Und die anderen versprochenen Projekte.

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