Wie der Darmkrebs-Tod meines Vaters noch positiv nachwirkt
Im Februar 2024 hat mein Vater seinen 75. Geburtstag groß gefeiert. Was sonst nicht so sein Stil war. Den 76. sollte er nicht mehr erleben.
Im Mai hatte der bis dahin völlig gesunde, kräftige Mann, der immer noch jeden Tag am Bauernhof (und bei mir beim Einbau der Wärmepumpe) mitgearbeitet hat, so starke Schmerzen und Einschränkungen, dass er eine Koloskopie durchführen ließ.
Mein Vater Josef Kleinrath. Sein letzter Wusch war es, dass seine Liebsten zur Vorsorgeuntersuchung gehen.
Die erste in seinem Leben. Die Diagnose: Darmkrebs. Keine Chance auf eine Operation, die Chemo setzte ihm gewaltig zu, ohne eine Wirkung zu erzielen. Am 23. Dezember 2024 ist er in den Armen meiner Mutter gestorben.
Der letzte Wunsch
Er konnte sich von uns allen verabschieden und hatte einen einzigen letzten Wunsch: dass wir alle, seine ganze Familie, alle Vorsorgeuntersuchungen machen lassen. Und gut wars.
Bei mir wurden eine Magenentzündung und ein Zwerchfellbruch gefunden. Bei meinem älteren Bruder (54) wurden genau an der Stelle, an der bei unserem Vater der Krebs gelegen ist, drei Polypen entdeckt und entfernt.
Bei meinem jüngeren Bruder (36) wie bei mir eine Sache im Magen, die behandelt werden musste. Bei meiner Schwägerin (56) fanden die Ärzte ebenfalls Polypen, allerdings in einem Bereich des Darms, wo sie ohne Vorsorgeuntersuchung keinesfalls entdeckt werden könnten.
Diese mussten in einer eigenen Operation entfernt werden. Wenn sie erst mit 60 zur Untersuchung gegangen wäre, wäre es wohl zu spät gewesen, haben die Ärzte ihr vermittelt.
Lebensrettender Ansporn
Zur Vorsorgeuntersuchung sind auch viele Freunde, Bekannte und Nachbarn nach dem Tod meines Vaters gegangen, die das bisher nicht für nötig erachtet haben.
Auch bei ihnen haben die Ärzte vielfach Veränderungen festgestellt und Problemstellen entfernt, teils waren auch hier operative Eingriffe nötig. Mit dem Ergebnis, dass in allen Fällen womöglich eine Krebserkrankung verhindert wurde.
Das ist – bei allem Schmerz über den Verlust meines Vaters – ein großer Trost. Nämlich, dass er damit viel Leid verhindert hat, weil wir alle zur Untersuchung gegangen sind. Tun Sie das auch, damit Sie noch viele Geburtstage mit Ihren Lieben feiern können.
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