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Chronik Wien
09/07/2020

Nach Überfall erlitt Opfer einen Herzinfarkt

Prozess: Drei Männer beraubten den Senior in seiner Wiener Wohnung und wickelten ihn in einen Teppich.

von Michaela Reibenwein

Der 77-jährige Mann saß an dem Abend im Wohnzimmer seiner Wohnung in Wien-Favoriten. Im Fernsehen lief Fußball – als dem Pensionisten plötzlich mehrmals gegen den Kopf geschlagen wurde. Dann wurde er gefesselt und geknebelt. Und schließlich wickelte man sogar noch einen Teppich um ihn. Der Mann überlebte den Überfall. Doch eine Woche danach erlitt er einen Herzinfarkt – laut Sachverständigem eine Spätfolge der Tat.

Zwei der drei Männer, die bei dieser Home Invasion dabei gewesen sein sollen, sitzen am Montag vor Richter Christian Noe. Ja, sie waren beteiligt, geben die Serben zu. Aber der wahre Drahtzieher, das sei der dritte Mann gewesen. „Hier sitzen nur zwei Helferleins“, formulieren es die Rechtsanwälte Elmar Kresbach und Nikolaus Rast.

Der dritte Mann – übrigens der Onkel des Erstangeklagten – habe die Idee zu dem Überfall gehabt. Und man habe ihn noch am selben Abend ausgeführt.

Silber vom Opa

Aber stimmt das? Vor der Polizei hatte der Erstangeklagte noch angegeben, dass sein mutmaßlicher Komplize – der Koch hatte Schulden – schon öfters davon gesprochen haben soll, den „Opa auszurauben“. Denn der habe genug Silber zu Hause. Woher er das wusste? Er half dem Pensionisten im Pfusch mit seinem Garten.

Als der betagte Mann jedenfalls mehrmals geschlagen wurde, sei er sehr erschrocken, sagt der Erstangeklagte. „Ich hätte nie mitgemacht, wenn ich das gewusst hätte.“ Für seine Dienste wurde er laut eigenen Angaben mit 80 Euro entlohnt. Der Wert der Beute betrug rund 8.000 Euro.

Danach überließ man den gefesselten Mann seinem Schicksal. Er konnte sich nach einiger Zeit befreien. Das Opfer wird beim nächsten Verhandlungstermin Ende September zu Wort kommen; Prozess vertagt.

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