Alexander Pekarek vor seiner alten Drogerieeinrichtung

© Helmut Bogner

Chronik Wien
09/30/2020

Mumienpulver, Gifte und tierische Substanzen: Drogistenmuseum neu eröffnet

Das Pharma- und Drogistenmuseum im neunten Bezirk hat sich vergrößert. Und zeigt nun unter anderem eine Drogerieeinrichtung aus dem Jahr 1908.

von Laura Schrettl

Pulverisierte Käfer, Schildläuse, Mumienpulver - das sind nur drei der zahlreichen Dinge, die es im Österreichischen Pharma- und Drogistenmuseum am Alsergrund zu sehen gibt. Sie alle galten einmal als Arzneimittel und erzählen von einem schon fast vergessenen Gewerbe. 

Das Drogistenmuseum in einer ehemaligen Wohnung in der Währinger Straße wurde vergrößert und hat seit 23. September neu eröffnet. Es gibt zwei Schwerpunkte: Die Pharmazie und die Drogerie.

Betrieben wird das Museum ehrenamtlich von einem Team aus (größtenteils) Drogisten. Die meisten sind bereits in Pension. Einer der Betreiber ist Helmut Bogner, er ist selbst seit mehr als 40 Jahren Drogist. Ist das Museum geöffnet, ist er meist vor Ort.

Und geöffnet hat die Schau zwei mal im Monat. Nämlich jeden ersten und dritten Mittwoch (von 14 bis 17 Uhr), sowie auf Anfrage. Es sei immer ein Drogist anwesend, der sich auskennt und Führungen geben kann, heißt es. Kommenden Mittwoch (7. Oktober) gelten verlängerte Öffnungszeiten.

Einrichtung aus 1908

Neu seit der Wiedereröffnung ist eine alte Drogerieeinrichtung aus dem Jahr 1908. Die Drogerie von Alexander Pekarek in der Lichtensteinstraße sperrte im vergangenen Jahr zu. Die Einrichtung wurde nun im Museum verewigt. Zu sehen sind dabei Arbeitsgeräte, zahlreiche Standgefäße, alte Wagen und eine Mörsersammlung.

"Wenn man heute in eine Drogerie schaut, dann sieht man Großteils nur mehr industriell hergestellte Sachen. Damals wurden die meisten Medikamente offen verkauft", erzählt Bogner. 

Arzneimittel aus früheren Zeiten

Der zweite Schwerpunkt des Museums liegt auf der Pharmazie. "Medikamente wie wir sie heute kennen, die der Arzt verschreibt und wir dann von der Apotheke bekommen, gab es früher ja nicht", sagt Bogner.

Früher musste man sich mit Heilkräutern, tierischen Substanzen und Harzen behelfen. Diese Dinge, die damals als Arzneimittel galten, kann man sich heute im Museum ansehen. 

Die "spanische Fliege" beispielsweise enthielt pulverisierte Käfer und galt als Potenzmittel. "Der Unterschied zwischen einer normalen Dosis und einer tödlichen Dosis war jedoch sehr gering. Daher ist das Mittel nicht mehr zugelassen", erzählt der Drogist. Oder die Schildlaus Cochenill, aus der jahrzehntelang roter Farbstoff gewonnen wurde. Auch das Mumienpulver "Mumia vera" aus Ägypten wurde als Heilmittel verkauft. 

Ein dritter Teil des Museums widmet sich der Fotografie, viele Bilder sind mitunter in der Drogerie entstanden. 

Info: Das Museum ist jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. Mehr Infos gibt's hier.

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