Chronik | Wien
05.12.2011

Mordfall vor Klärung: 3 Slowaken verhaftet

Die Verdächtigen sollen Roland A. in Wien erstochen haben. In Kürze werden sie nach Österreich ausgeliefert.

Roland A., 33, starb im Schilf nahe des Liesingbaches in Wien-Liesing an Dutzenden Messerstichen in die Brust. Jetzt klickten für seine mutmaßlichen Mörder die Handschellen. Verdächtig sind drei Männer im Alter von 22, 26 und 30 Jahren, die in der Slowakei verhaftet wurden und demnächst nach Österreich ausgeliefert werden. Das Trio und das Mordopfer, ein überzeugter Buddhist, sollen einander zufällig kennengelernt haben. "Wir haben mehrere Spuren zusammengeführt", sagt Polizei-Sprecherin Manuela Vockner.

Für die Kriminalisten war es ein kniffliger Fall. Als am 29. Juni zwei Hunde eines Spaziergängers den blutüberströmten Leichnam nahe des Liesingbaches aufstöberten, gab es viele Fragen, aber kaum Antworten. Die Mordwaffe, ein Messer, fehlte. Zeugen gab es keine. Selbst die Identität des Opfers war unklar.

Die Staatsanwaltschaft stimmte der Veröffentlichung eines Fotos zu - die Erfolg zeigte. Die Familie identifizierte Roland A. anhand der Zeitungsberichte und lobte 5000 Euro für Hinweise aus.

Spurensuche

Einen wichtigen Mosaikstein brachte die akribische Tatortarbeit: Auf slowakischen Zeitungen wurden Fingerabdrücke sichergestellt - die mit jenen der nun Verhafteten übereinstimmen.

Überdies hatte ein Spaziergänger drei Männer beobachtet, die in dem Dickicht schon eine Nacht zuvor campiert hatten. Zuletzt sicherten die Kriminalisten Bilder aus Überwachungskameras, die den 33-Jährigen und das Trio nur wenige Stunden vor dem Mord in U-Bahnstationen zeigen.
Wo das Trio in der Slowakei aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen wurde, verriet die Polizei aus taktischen Gründen nicht. Es fanden auch Hausdurchsuchungen statt.

In den Einvernahmen, bei der auch Wiener Ermittler und ein heimischer Staatsanwalt anwesend waren, stritt das Trio jede Verwicklung in den Mordfall ab.

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