Chronik | Wien
12.11.2014

Missbrauchsverdacht gegen Wiener Priester

Beim Geistlicher wurde kinderpornografisches Material vermutet - dienstfrei gestellt.

Polizisten beschlagnahmten vergangenen Freitag den PC eines Pfarrers in Wien-Simmering. Grund für die Hausdurchsuchung im Pfarrhof waren schwerwiegende Vorwürfe: Hochwürden soll einen Jugendlichen sexuell missbraucht haben; zudem wurde kinderpornografisches Material bei ihm vermutet, berichtet derstandard.at. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt die Ermittlungen.

Die Erzdiözese Wien reagierte rasch. Der Priester wurde noch am Freitag dienstfrei gestellt. "Wenn ein Verdacht gemeldet wird, und nicht sofort entkräftet werden kann, ist es üblich, ihn freizustellen", erklärt Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese. Der Priester weise alle Vorwürfe zurück. Am Samstag sprach ein Ersatzpfarrer mit den Besuchern des Gottesdienstes über die derzeitige Situation.

Seitens des Pfarrgemeinderates will man zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben, "außer, dass die Unschuldsvermutung gilt." Sepp Rothwangl, Gründer der "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt", fordert "dringend einen unabhängigen psychologischen Eignungstest für alle Kleriker, die in irgendeiner Form mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben."

Andere Probleme hatte der Pfarrer vor zwei Jahren. Aufgrund gehäufter Hundekot-Vorkommen vor seiner Kirche hatte er dort zwei Kilo Pfefferkörner ausgestreut. Tierschützer brachten ihn schließlich zur Räson. Zu viel Pfeffer kann Hunde im Verdauungsbereich verletzen.