Prominenter Neuzugang: Ludwig holt Ex-ORF-Chef Wrabetz ins Team
Bis 2021 war Alexander Wrabetz Generaldirektor des ORF. Drei Perioden lang - beginnend mit 2006 - lenkte er die Geschicke des öffentlichen Rundfunks, eine vierte Amtszeit verhinderte die Wahlniederlage gegen den nun amtierenden ORF-Chef Roland Weißmann.
Die Kontakte ins Wiener Rathaus sind nie abgerissen, Wrabetz traf den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) nicht nur in seiner neuen Funktion als Präsident des SK Rapid. 2023 war Wrabetz etwa Ludwigs persönlicher Gast in der Opernball-Loge.
Jetzt werden die Kontakte noch enger geknüpft, wie am Dienstag im Wiener Rathaus bekannt gegeben wurde.
Denn - und das kam für viele überraschend - Wrabetz soll neuer Bevollmächtigter der Stadt Wien für den Medienstandort in Zusammenhang mit KI werden. Das hat der Bürgermeister im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben. "Wir wollen Medien nicht nur auf die Schulter klopfen und sagen, dass sie demokratiepolitisch wichtig sind, sondern sie auch unterstützen“, sagt Ludwig. Wrabetz soll diese Funktion ehrenamtlich ausüben.
Es soll eine operative Schaltstelle sein. „Wir beschäftigen uns auch mit intensiven Ausbildungs-und Weiterbildungsprogramme“, betont Ludwig. Das Zusammenführen der unterschiedlichen Generationen im Journalismus sei wichtig.
Arbeitsprogramm wird erstellt
Es sei auch unerlässlich, Unternehmen zu stärken und Arbeitsplätze dadurch zu erhalten, ergänzt Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ). Ein Arbeitsprogramm soll in den nächsten Wochen erstellt werden. Die internationale Ausrichtung sei wichtig. Funktionierende "Business Cases" will man zudem nach Wien holen und auch mehr europäische Fördergelder lukrieren.
"Dramatische Veränderung beginnt"
Wrabetz selbst betont, dass sich das Umfeld von Medien dramatisch ändern werde, insbesondere durch KI: "Jetzt sind wir in der Phase, wo die dramatische Veränderung beginnt. Es sind mehr Werbegelder in internationale Plattformen abgeflossen, da Google die AI einsetzt, um die Werbung effektiver zu adressieren. Gleichzeitig wird die Sichtbarkeit der Medien eingeschränkt."
Kein Medienhaus alleine werde diese Herausforderung meistern können. Gemeinsame Projekte werden essenziell sein. Als Beispiel nannte er, wie man Deep Fakes erkennt. Auch gemeinsame Ansatzpunkte für die Finanzierung der Transformation der Medien spielen eine wichtige Rolle. KI biete aber auch viele Möglichkeiten, um die Produktivität zu steigern.
"Es gibt Möglichkeiten, Sichtbarkeit zu erzwingen. In anderen Ländern ist es schon gelungen, dass große Medien mit Plattformen verhandeln, wie mit den Inhalten umzugehen ist", sagt Wrabetz.
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