Mehl statt Koks verkauft: Anklage wegen schweren Betrugs

Dealer warfen vor Mexikos Küste tonnenweise Kokain ins Meer
Männer gerieten bei ihrem Geschäft in Wien ausgerechnet an einen verdeckten Ermittler.

 Weil sie kein Kokain, sondern Speisemehl zu Geld machen wollten, muss ein Trio heute, Dienstag, im Landesgericht für Strafsachen in Wien vor den Richter.

Angeklagt sind drei Männer (vertreten von Rechtsanwalt Niki Rast): ein Albaner im Alter von 34 Jahren, ein Pole, 40 Jahre, sowie ein Rumäne, 40. Der Albaner und der Pole lebten eher schlecht als recht in Österreich. Beide waren arbeitslos, beide hatten keine Wohnung. Um ihre finanzielle Schieflage ein wenig gerade zu rücken, dürften sie einen ungewöhnlichen Plan geschmiedet haben. Sie sollen laut Strafantrag beschlossen haben, mit Mehl Geld zu verdienen – indem sie es als Suchtgift verkauften. Blöd: Bei ihrem Geschäft gerieten sie ausgerechnet an einen verdeckten Ermittler.

600 Gramm statt Kilo

Ihm sollen sie am 10. August das Kilo „Koks“ für 38.000 Euro angeboten haben. Dafür bekam er Mehl ausgehändigt. Doch nicht einmal das Gewicht stimmte. Es sollen lediglich 600 Gramm gewesen sein. Die beiden Männer sind wegen versuchten schweren Betrugs angeklagt. Sie befinden sich aktuell in Untersuchungshaft.

Bei dem Polen fand sich laut Strafantrag dann allerdings doch noch echtes Suchtgift – allerdings nur 1,3 Gramm. Ihm wird deshalb auch das Vergehen des unerlaubten Umganges mit Suchtgiften vorgeworfen. Der dritte im Bunde, der 40-jährige Rumäne, soll einem verdeckten Ermittler 1 Gramm Koks überlassen haben. Auch er wird angeklagt.

 

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