clerici, prominente anrainer der mahü

© KURIER/Jeff Mangione

Befragung
09/01/2013

Mahü: "Dem Projekt eine Chance geben"

Die endgültige Lösung für die Mahü muss anders ausschauen. Prominente geben Tipps.

von Anna-Maria Bauer

Während die Grünen am Samstag bei einem „Info- und Erlebnistag“ die verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße feierten, sorgt das Thema bei vielen Anrainern weiterhin für aufgeheizte Gemüter.

„Die Umsetzung dieser grünen Chaotentruppe war einfach nur erbärmlich“, wettert Verleger Christian Mucha, dessen Unternehmen in der Zieglergasse ansässig ist. Er müsse jetzt „riesige Umfahrungen“ in Kauf nehmen. Und das noch dazu auf Straßen, die nur verstopft seien. „Meine Arbeit wurde brutal erschwert“, stellt Mucha klar. „Ich überlege abzusiedeln.“ Die Garagenplätze habe er bereits gekündigt.

Größerer Aufwand

„Wenn ich jetzt mit dem Auto unterwegs bin, dann kommt es in jedem Fall zu einem größeren Aufwand“, sagt auch Fußballer Steffen Hofmann. Er kann die Sinnhaftigkeit der neuen Regelung noch nicht ganz erkennen. „Ich habe die Gehsteige in der Mariahilfer Straße eigentlich immer als sehr breit empfunden. Meiner Meinung nach wäre eine Fußgängerzone nicht notwendig gewiesen.“

Ebenso ist Regisseur David Schalko der Ansicht, dass das Projekt „zu radikal“ umgesetzt wurde. Denn die Verbindung zwischen den Bezirken sei nun praktisch unterbrochen. „Man sollte die Querungsmöglichkeiten herstellen“, fordert der Regisseur.

Doch auch wenn er für alle Wege jetzt länger braucht, stellt er klar: Prinzipiell hält er die Fußgängerzone für eine gute Entwicklung. „Man muss dem Projekt eine Chance geben.“

Diese Ansicht teilen viele andere Anrainer. „Bei meinem ersten Besuch der Mariahilfer Straße war ich zwar etwas verwirrt“, räumt Fernsehmoderator Christian Clerici ein, „aber diese Ruhe ist herrlich. Es ist wie Sonntag – nur mit offenen Geschäften.“ Deshalb nehme der bekennende Autonarr die erschwerenden Umstände für Autos gerne in Kauf. „In der Stadt verzichte sowieso so gut es geht auf mein Auto.“

Vorschläge

Eines steht für die meisten Befragten fest: die endgültige Lösung muss anders aussehen. Wie genau, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

Christian Clerici wäre für eine absolute Fußgängerzone, ganz ohne Bus oder Radfahrer. „Die derzeitige Regelung mit Bus- und Radfahrerspur finde ich etwas verwirrend – wo genau sollen dann die Fußgänger gehen?“

Gegen die Radfahrer hat Schauspielerin Brigitte Neumeister nichts einzuwenden. Solange sie langsamer fahren. Doch ihr Veränderungsvorschlag: Weg mit der Busspur. Die Diskussion der verärgerten Autofahrer kann sie nicht ganz nachvollziehen. „Ich habe die Mariahilfer Straße mit dem Auto immer gemieden. Man ist doch sowieso nicht weiter gekommen.“

Ein weiterer Punkt: bauliche Veränderung. „Es braucht mehr Sitzgelegenheiten und Verweilzonen“, fordert Moderatorin Eva Pölzl. „Die Fußgänger müssen wichtiger werden. Und die Radler müssen noch mehr Rücksicht nehmen.“ Brigitte Neumeister dazu: „Und dann sollte es noch Cafés in der Straßenmitte geben. Genauso wie auf der Kärntnerstraße.“

Die Idee der Fußgängerzone begrüßt Pölzl trotzdem: „Auch wenn alles ein bisschen komplizierter ist, das nehme ich für eine autofreie Stadt gerne in Kauf.“ Dieser Meinung ist auch Christian Clerici: „Es ist doch spannend, wenn in der eigenen Stadt etwas passiert.“

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