Mariahilfs Bezirkschef legt Amt zurück: "Entscheidung schmerzt"

Ein lächelnder Mann mit Bart und Nelke am Revers seines Sakkos.
Markus Rumelhart (SPÖ) zieht sich nach zwölf Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Zwölf Jahre lang stand er an der Spitze des 6. Wiener Gemeindebezirks, nun zieht Markus Rumelhart (SPÖ) aber einen Schlussstrich. Via Aussendung gab er am Montag bekannt, dass er sein Amt als Bezirksvorsteher zurücklegen und sich aus der aktiven Bezirkspolitik zurückziehen werde. 

Der 50-Jährige begründet diesen Schritt mit seiner Gesundheit: Wie er selbst öffentlich macht, leidet der Politiker an Burn-out. „Seit vielen Monaten führe ich nun einen Kampf für meine Gesundheit. Mein Wille, gemeinsam mit den Mariahilferinnen und Mariahilfern unseren großartigen Bezirk im Sinne sozialdemokratischer Werte zu gestalten, ist nach wie vor groß, aber die Diagnose ‚Burn-out‘ der Ärzte ist leider unmissverständlich“, erklärt er.

Die Politik zu verlassen, habe ihn Überwindung gekostet und "es schmerzt", aber seine "wichtigen Aufgaben im Bezirk und meine Gesundheit lassen sich unter diesen Vorzeichen nicht miteinander verbinden".

Lobende Worte von Parteigenossen

Übernehmen wird seine bisherige Stellvertreterin Julia Lessacher, die schon in den vergangenen Monaten für ihn eingesprungen ist. Diese streut ihm zum Abschied Rosen: "Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung, seine Erfahrung und für das Vertrauen, das er mir über all die Jahre entgegengebracht hat. Sein Einsatz für die Menschen in Mariahilf und für unsere gemeinsame politische Arbeit war und ist beispielgebend. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und vor allem viel Kraft für seine Gesundheit“.

Der rote Klubchef Josef Taucher würdigt seine Arbeit: "Sein Einsatz hat Wien ein Stück lebenswerter gemacht, etwa mit dem Esterhazypark als erstem Cooling-Park, der neuen Begegnungszone in der Otto-Bauer-Gasse sowie der abgeschlossenen Neugestaltung von Schmalzhoftempelpark und Loquaiplatz."

Ein Bezirkschef, der Geschichte schrieb

Als Rumelhart 2014 Bezirkschef wurde, war er nicht nur der jüngste Bezirksvorsteher Wiens, sondern auch der erste, der offen mit seiner Homosexualität an die Öffentlichkeit ging.

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