Chronik | Wien
20.10.2017

Lehramtsstudent der Uni Wien bei Drogendeal betrogen

22-Jähriger wurde bei Drogenkauf in Mumbai betrogen - er zeigte das an und wurde von der lokalen Polizei gleich mit seinem vollen Namen geoutet.

Auf einen 22-jährigen Wiener Studenten, der momentan in Indien urlaubt, dürften bei seiner Rückkehr möglicherweise gröbere Probleme warten. Der junge Mann wurde bei einem Drogenkauf in Mumbai betrogen, zeigte das an – und wurde von der lokalen Polizei gleich mit seinem vollen Namen geoutet. Der Wiener studiert nicht nur Lehramt, er bietet auch Nachhilfe an.

Laut lokalen Medienberichten war der 22-jährige angehende Lehrer auf einem Markt mit einem Gewürzhändler ins Gespräch gekommen. Dieser bot ihm Drogen für 300 Rupien (umgerechnet vier Euro) an. Der junge Mann stimmte zu und bezahlte. Der Verkäufer, der 28-jährige Rakesh J., schrie ihn daraufhin an, er solle das gerade übergebene, kleine Paket sofort wegwerfen, weil Polizei in der Nähe sei. Die beiden seien von einem Mann beobachtet worden, den er kenne und der Offizier bei der Lokalpolizei sei. Er zeigte auf einen dort stehenden Inder.

400 Euro gefordert

Der Gewürzverkäufer überredete den Wiener daraufhin, zu einem Bankomaten zu gehen und umgerechnet rund 400 Euro abzuheben. Mit diesen könne die Sache "bereinigt" werden, erklärte J. Der Wiener bezahlte die gewünschte Summe. Zurück im Hotel erzählte er einem Freund, was ihm passiert war. Dieser überredete ihn, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Die Behörden forschten Rakesh J. aus, sicherten Fotos von der Bankomatabhebung und überstellten ihn in die Haft.

Für den künftigen Lehrer vermutlich weitaus schlimmer: Die Polizei in Indien veröffentlichte seinen vollen Namen, sein Alter und dass er an der Universität Wien studiert. Das Internet vergisst eben nicht.