Chronik | Wien
01.12.2018

Lebensrettung nach Mediziner-Abschlussfeier

69-Jähriger brach mit Herzstillstand vor dem Hotel Intercontinental zusammen. Er wurde ins Leben zurück geholt.

Dramatische Szenen gab es in der Nacht auf Freitag vor dem Hotel Intercontinental in der Johannesgasse in Wien-Landstraße. Ein 69 Jahre alter Wiener war vor dem Hotel mit einem Herzstillstand leblos zusammengesackt. Drei angehende Mediziner die gerade von ihrer Graduierungsfeier der MedUni-Wien im Konzerthaus kamen, beobachteten den Vorfall und begannen sofort mit der lebensrettenden Herz-Druck-Massage. Außerdem holten sie einen Defibrillator aus dem Hotel.

Nur drei Minuten nach dem Zwischenfall hielt ein Wagen der Wiener Berufsrettung, der gerade mit einem leicht verletzten Patienten am Weg ins Krankenhaus war, an. Das Rettungsteam übernahm sofort die Reanimationsmaßnahmen, bevor drei weitere Teams zur Unterstützung einlangten. Gemeinsam gelang es den Patienten zu stabilisieren. Nur 19 Minuten nachdem er zusammengebrochen war, war der Mann wieder ansprechbar. Er wird im Krankenhaus intensivmedizinisch betreut.

„Im Studium habe ich mit vielen Patienten gearbeitet, aber ich habe mich immer gefragt: Wann werde ich einmal unvorbereitet handeln und reanimieren müssen“, erzählt Gregor Längle (25), einer der drei Ersthelfer. Er traf am Tag nach der Lebensrettung mit einigen Rettern am Notfallort zusammen. „Die Teamarbeit hat es viel leichter gemacht, das war ein gutes Zusammenspiel“, so der angehende Arzt. „Der Patient hatte Glück, dass qualifizierte Ersthelfer so schnell reagiert haben. Das hat seine Überlebenschance massiv gesteigert“, erklärt Philipp G., Fieldsupervisor bei der Berufsrettung Wien.

Im Fall eines Herzstillstandes nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit von leblosen Patienten pro Minute um etwa zehn Prozent ab, heißt es von Seiten der Berufsrettung.