„Lamarr“-Abriss fast fertig: Neubau für Signa-Ruine bewilligt
Der Rohbau für das einst geplante Lamarr-Kaufhaus ist verschwunden. Einzig die historische Fassade ist geblieben.
Die Stadt Wien hat das Nachfolgeprojekt für das einstige Signa-Kaufhausprojekt „Lamarr“ in der Mariahilfer Straße 10 bis 18 in Wien bewilligt. Die Abrissarbeiten des Rohbaus sind fast beendet und in rund einem Monat soll mit dem Neubau begonnen werden, wie „Wien heute“ berichtete.
Es soll ein Gebäude mit Geschäften und Gastronomie entstehen, zudem sollen rund 200 Eigentumswohnungen errichtet werden. Der Bau soll voraussichtlich Anfang 2028 fertiggestellt sein.
„Die Baubewilligung für den Planwechsel liegt seit 24. Februar vor“, bestätigte eine Sprecherin der Wiener Baupolizei. Eine Tochterfirma der Stumpf-Gruppe des Wiener Investors Georg Stumpf hatte das nicht fertig gebaute Kaufhaus im Herbst 2024 aus der Insolvenz der Signa-Gruppe von René Benko gekauft.
Wohnungen, Geschäfte und öffentliche Dachterrasse
Der neue Eigentümer plant nun ein Objekt mit Verkaufsflächen auf rund 12.000 Quadratmetern in den unteren drei Etagen und Wohnungen vom zweiten bis zum achten Stock. Das geplante Hotel im hinteren Gebäudeteil und die öffentlich zugängliche Dachterrasse sind weiterhin Teil des Nutzungskonzepts.
Die Terrasse muss umgesetzt werden, da dort ein Nutzungsrecht (Servitut) vereinbart wurde, das vor allem dem Bezirk Neubau ein großes Anliegen war.
Der Abriss bzw. Rückbau war ganz ohne Genehmigung möglich. Wie die Geschäftsführung bereits zuvor auf KURIER-Anfrage erklärt, sei der Teilabriss nötig gewesen, weil die Raumhöhen für das neue Konzept (genauer, die Wohnungen) ungeeignet sind. Versichert wird auch, dass alle Materialien recycelt werden.
Begonnen wurde mit dem Abbruch des Rohbaus bereits im vergangenen Sommer. Rund 30.000 Tonnen Beton und rund 1.800 Tonnen Stahl wurden mittlerweile von der Baustelle entfernt.
Auch eine Änderung des Nutzungskonzepts ist erlaubt, da die Widmung in diesem Gebiet auch Wohnnutzung zulässt. Allerdings sind Handelsflächen in den unteren Etagen notwendig, da das Objekt in einer Geschäftszone liegt. Die Bauverhandlung fand Mitte Jänner statt. Mit der Fertigstellung des Projekts rechnet der Eigentümer im ersten Quartal 2028.
Bezirk kündigt Umgestaltung an
Im Bezirk ist man froh, dass die Abrissarbeiten nun bald zu Ende gehen: „Ich glaube, das wollen alle hier in der Gegend, dass die Abbrucharbeiten bald weg sind und dass mit den Bauarbeiten begonnen wird. Und dass dann das kommt, was wir uns alle wünschen, nämlich ein Impuls für die untere Mariahilfer Straße“, sagte der Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) gegenüber „ORF Wien“. Er kündigte auch an, dass die angrenzende Karl-Schweighofer-Gasse nach Fertigstellung des Projekts mit Bäumen umgestaltet werde.
Laut Reiter zeigt das Projekt allerdings Handlungsbedarf für die Stadt; der Abriss sei „katastrophal“: „Das war ein sogenannter Rückbau, und ich habe das auch schon eingemeldet bei der Stadt, rasch die Bauordnung zu ändern. Denn das kann nicht so bleiben, das ist eine Riesenverschwendung von sogenannter grauer Energie.“
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