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Chronik Wien
04/02/2019

KH Nord: Ex-Spitälerchef Marhold wehrt sich gegen Vorwürfe

Interne Vermerke würden belegen, dass bis zu seinem Ausscheiden das Projekt noch Zeit-und Kostenrahmen war. Wehsely klagt Neos.

von Josef Gebhard

Kurz vor ihrem Abschluss hat die U-Kommission zum Krankenhaus Nord am Freitag noch eine mit Spannung erwartete Sitzung zu bieten. Es werden gleich drei Zeugen geladen, die bereits zum zweiten Mal aussagen müssen: Ex-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, der Architekt Albert Wimmer und Wilhelm Marhold, ehemaliger Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes (KAV).

Nach der Befragung anderer Zeugen orten die Oppositionsparteien Widersprüche zu Marholds Aussagen. Vor allem, wenn es darum geht, ob bei seinem Ausscheiden schon gröbere Probleme auf der Baustelle vorhanden waren. Marhold hatte das bei seiner ersten Aussage bestritten. Sein Nachfolger Udo Janßen hatte hingegen zu Protokoll gebracht, dass mit dem Ausscheiden Marholds am „30. 4. 2014“ das Projekt „nicht mehr im Kosten- und Zeitplan war“ (der KURIER berichtete).

Gegenüber dem KURIER bestreitet Marhold diese Vorwürfe: „Janßens Aussage ist  tatsachenwidrig falsch, nicht einmal das genannte Datum stimmt: Ich bin ich bereits am 12. Dezember 2013 aus allen Funktionen als Generaldirektor ausgeschieden“, betont er. „Laut dem Prüfvermerk der Begleitenden Kontrolle war das Projekt am 27. November noch im Zeit- und Kostenrahmen. Als Bandbreite für die voraussichtlichen Kosten war dort 819 bis 830 Millionen Euro angegeben.“

Die Probleme hätten laut Marhold erst nach dessen Ausscheiden begonnen, als Ende Jänner 2014 eine für die Fassade zuständige Firma pleitegegangen war. Der Ex-KAV-Chef verweist weiters auf eine Reihe von Zeugenaussagen, wonach die Schieflage des Projekts erst 2014  eingetreten sei.

Laut ÖVP ist ein weiterer Punkt aufklärungsbedürftig: Marhold war nach seinem Ausscheiden als Berater für die Baufirma Porr tätig, die seinerzeit den Rohbau für das KH Nord errichtet hat. „Ich habe in der zweiten Hälfte 2014 eine Gewerbeberechtigung als Unternehmensberater erlangt und berate im Ruhestand verschiedene Firmen“, sagt Marhold zum KURIER. „Ich hatte in den vergangenen fünf Jahren keine einzige Beratungstätigkeit, die im Zusammenhang oder im Auftrag der Stadt Wien erfolgten. Inhaltlich befanden sich alle im Bereich der privaten Gesundheitswirtschaft.“

Zu seinem Verhältnis zu Wehsely hält Marhold fest: „Ich hatte mit ihr ein professionelles Arbeitsverhältnis. Aber in der Frage der Ablöse des stv. Generaldirektors Maximilian Koblmüller (2013, Anm.) waren wir nicht einer Meinung.“ Vor der U-Kommission hätten Zeugen bestätigt, dass Koblmüllers Ablöse schlecht für das Projekt gewesen sei.

Wehsely klagt Neos

Indes klagt Wehsely die Wiener Neos auf Unterlassung und Widerruf wegen Kreditschädigung, berichtet Der Standard. Der Hintergrund: Die Neos hatten ihrerseits gegen Wehsely, Janßen und Ex-KAV-Manager Thomas Balazs wie berichtet eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Die Pinken werfen dem Trio vor, in einem Wirtschaftsbericht die Mehrkosten des Spitals nicht korrekt ausgewiesen zu haben. 

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