Kein Pardon für Wiener Wildschweine

Döblings<br />
Wildschweine im Visier
Foto: wessig michael,

Fallen und Jäger mit Nachtsichtgeräten sollen die Plage jetzt beseitigen, fordern Bezirkspolitiker aus Döbling.

Mir reicht es: Wir sind jetzt erst mit dem Aufräumen der Schäden fertig geworden, die die Wildschweine im Winter angerichtet haben", ärgert sich Katharina Moser. Wie sie leiden viele Döblinger seit Monaten unter einer massiven Wildschweinplage. Die Tiere dringen nächtens in die Gärten ein und durchwühlen auf der Suche nach Futter den Rasen (siehe Hintergrund).

Jetzt bläst der Bezirk zum Halali auf die Borstentiere: In einer gemeinsamen Resolution fordern ÖVP, SPÖ und FPÖ von der zuständigen Umweltstadträtin Ulli Sima eine verstärkte Bejagung der Wildschweine. Am besten mit Lebendfallen - oder Nachtsichtgeräten, damit der Jäger in der Finsternis die Tiere von arglosen Passanten unterscheiden kann. Weiters sollen die Wiener Waidmänner enger mit ihren nö. Kollegen zusammenarbeiten.

Im Büro Sima verweist man auf Forstamtsdirektor Andreas Januskovecz. Dieser hält wenig von den Forderungen der Bezirkspolitiker: "Die Jagd mit Nachtsichtgeräten ist derzeit gesetzlich nicht erlaubt. Sie birgt eine sehr hohe Gefahr für Mitarbeiter und Anrainer." Und in die Fallen würden sich neben Wildschweinen vor allem Hunde, Katzen und anderes Getier verirren.

Vollmond-Jagd

Stattdessen setzt man auf Schwerpunktjagden im hellen Schein des Vollmondes. "Immerhin haben wir im Vorjahr 56 Wildschweine in Döbling geschossen. Vor drei Jahren waren es erst 20." Die Jagd soll intensiviert werden.

Was den Wildschweinen entgegenkommt: Auf privatem Grund darf nicht gejagt werden. Anrainerin Moser kann das nicht verstehen: "Früher ist doch auch bis an unsere hintere Haustür geschossen worden. Passiert ist nie etwas. Man kann ja die Jagd vorher ankündigen." Über eine Ausweitung der Jagd auf Privatgründen könne man durchaus diskutieren, betont Januskovecz. Freilich dürfe dies nicht auf Kosten der Sicherheit gehen.
Der Forstdirektor appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Anrainer. "Ich kann ihnen nur empfehlen, ihre Grundstücke mit starken Zäunen zu sichern." Zudem sollten die Komposthaufen besser abgedeckt werden, damit die hungrigen Schweine nicht in die Gärten gelockt werden.

(kurier) Erstellt am
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