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Kaserne Rossau: Neuer Glaspalast in der Warteschleife

Die Umwidmung des Innenhofs sorgte vor zwei Jahren für Aufregung – doch für das Büroprojekt gibt es immer noch keinen Zeit- und Kostenplan.
Geplanter Stelzenbau  aus der Feder der Architekten Zechner & Zechner.  Seit 2016 ist nicht viel weitergegangen.

Neben dem Großprojekt der Kaserne Meidling gibt es auch für eine weitere Wiener Heeresliegenschaft neue Pläne: die Rossauer Kaserne am Alsergrund. Schon seit Längerem existieren für das historische Backsteingebäude am Donaukanal – dem Hauptsitz des Verteidigungsministeriums – Ideen für ein vierstöckiges Gebäude auf Stelzen im mittleren Innenhof. Der Entwurf der Architekten Zechner & Zechner stammt aus dem Jahr 2016; er sieht einen gläsernen Bürokomplex in X-Form für insgesamt 400 Mitarbeiter vor.

Derzeit sind die Mitarbeiter auf verschiedene Standorte in Wien aufgeteilt – sie sollen dort neu zusammengefasst werden. Auch die Polizei ist in der ehemaligen Kronprinz-Rudolf-Kaserne prominent vertreten: Die Spezialeinheit WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung) hat dort ihren Sitz.

2024 sorgte das Projekt für Aufregung wegen einer notwendigen Umwidmung: Die damals bestehende Flächenwidmung erlaubte nämlich eine Bebauung des Innenhofes für Betriebe, Geschäfte und Wohnungen, doch das Ministerium sprach sich aus Sicherheitsgründen gegen Wohnungen auf dem Areal aus. „Ich glaube, kein normaler Mensch kommt auf die Idee, in einem Verteidigungsministerium Wohnungen bauen zu wollen“, sagte Ministeriumssprecher Michael Bauer.

„Hof bleibt offen“

Kritisiert wurde freilich weniger die gestrichene Wohnwidmung, sondern ein möglicherweise beschnittenes Wegerecht für die Öffentlichkeit. Weshalb sich Neos und Grüne auf Bezirksebene dagegen positionierten (womit sie jedoch in der Minderheit blieben). Forderungen nach einer Veranstaltungszone wie im Museumsquartier waren zudem von vornherein zum Scheitern verurteilt – eben aus Sicherheitsgründen. Allerdings stellte Bauer damals klar: „Der Hof ist offen, der Hof bleibt offen.“

Doch was wurde aus dem Büroprojekt? So wie die Pläne in Meidling hängt auch dieses in der Warteschleife: „Das BMLV (Verteidigungsministerium, Anm.) verfolgt weiterhin die Absicht, den Mittelhof zu bebauen. Derzeit laufen Planungen und ressortübergreifende Abstimmungen. Nach deren Abschluss wird das Bauvorhaben eingereicht werden.“ Einen Zeit- und Kostenplan gibt es daher weiterhin nicht.

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