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Chronik Wien
07/15/2020

Kampf um die Innenhöfe: Josefstadt fordert eine Schutzzone

Im 8. Bezirk stößt Bewohnern die Flächenumwidmung von begrünten Innenhöfen sauer auf. Nun setzt sich der Bezirk für deren Schutz ein.

von Adrian Zerlauth

Die Josefstadt ist der flächenmäßig kleinste Bezirk Wiens. Dementsprechend sind im 8. Bezirk auch sehr wenig Grünflächen vorhanden - laut Stadt Wien nur drei: der Hamerlingpark, der Schönbornpark und der Tigerpark.

Für die rund 25.000 Josefstädter wurden ihre Innenhöfe zu kleinen grünen Oasen. Diese können von der Stadt jedoch jederzeit zu Baufläche umgewidmet werden.

Genau gegen diese Möglichkeit der Umwidmung wehrt sich der Bezirk nun. Neben den Bewohnern der Josefstadt spricht sich auch der Bezirk für den Schutz der grünen Höfe aus.

"Es ist unverständlich, dass die Stadt Wien die Möglichkeiten, in bestehenden Innenhöfen zu bauen, ausweiten möchte", äußert sich die Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP). Auslöser für die Diskussion war die geplante Schulerweiterung in der Pfeilgasse. 

Im Zuge des Schulausbau sollen vier Klassenräume und ein neuer Speisesaal errichtet werden - Baustart Herbst 2021. Dafür ist eine Umwidmung der derzeitigen Flächenbenennung "Gärtnerisch zu gestaltende Grundstücksfläche" in eine Baufläche nötig. Für die Modulbauten müssten insgesamt 13 Bäume im Hofbereich gefällt werden.

Parteiübergreifender Einspruch

In der letzten Bezirksvertretungssitzung stimmten alle Parteien für den Schutz der Josefstädter Innenhöfe. Der Bezirk unterstützt die Schulerweiterung, aber nur unter Rücksichtnahme des Baumbestandes im Innenhof.

"Die Erhaltung unserer Grünräume ist enorm wichtig für ein besseres Mikroklima in der Josefstadt und somit im innerstädtischen Bereich insgesamt", heißt es von Seiten der Bezirksvorstehung.

"Wir werden sicher keinem Flächenwidmungsplan zustimmen, der die Verbauung der Höfe ermöglicht, und fordern, dass all jene unverbauten Innenhöfe mit einem Bauverbot zu versehen sind", heißt es zudem aus der SPÖ Josefstadt.

In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Magistrat (MA21) wurde der Vorschlag einer Innenhof-Schutzzone erarbeitet und an den Gemeinderat weitergeleitet. Die zu schützende Zone soll vorerst den Bereich zwischen dem Lerchenfelder Gürtel, der Josefstädter Straße, der Albertgasse und der Lerchenfelder Straße einnehmen.

Die Bezirksvorstehung appeliert an Vizebürgermeisterin Birgit Hebein und den Gemeinderat, die Vorschläge zu berücksichtigen, um die Innenhöfe des 8. Bezirks vor Verbauung zu schützen.

 

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