Chronik | Wien
03.04.2012

Juwelier zum fünften Mal überfallen

Raubserie in Wien: Das Trio flüchtete auf zwei gestohlenen Motorrädern.

Schon wieder der Vatan. Den haben sie schon zwei oder drei Mal“, erzählt ein Passant, der sich zwischen dem Absperrband und einem Polizeiauto durchzwängt, seiner Begleiterin. Daneben steht Kirli Dursun, 52, und schüttelt den Kopf: „Zum fünften Mal haben sie ihn schon überfallen. Beim vorletzten Mal wurde er niedergestochen.“ Dursun ist der beste Freund des Juweliers an der Reinprechtsdorfer Straße 36 in Wien-Margareten. Und er ist besorgt.

Dienstag, 10.40 Uhr: Drei Männer stürmen das Geschäft. Zwei sind mit Pistolen bewaffnet, die sie auf den Inhaber richten. Sie schlagen mit Hämmern die Glasvitrinen ein, räumen Schmuck und Uhren ab. Dann flüchten sie auf zwei Motorrädern, die erst kürzlich in Wien gestohlen worden waren. Verletzt wurde niemand.

Eine Menschentraube bildet sich hinter der Absperrung. „Er lädt mich oft zu einem Kaffee ein. Ich will aber nicht ins Geschäft, weil ich Angst vor einem Überfall habe“, sagt sein Freund Dursun. Der Nachbar des Juweliers, Trafikant Alfred Hofmeister, will gerade den Rollbalken herunterlassen. „Gestern wurde die Bank vis-à-vis überfallen, heute der Nachbar. Wann bin ich dran?“

Erna Lang, 85, hörte im Radio vom Überfall und eilte herbei. „Ich hab’ bei mir im Hof um die Ecke zwei Motorräder stehen gesehen.“ Die Kennzeichen hat die Polizei – die Täter (noch) nicht. Es war übrigens heuer schon der zehnte Juwelier-Coup in Wien.