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Junge führen Senioren in virtuelle Welten

Beim digitalen Erlebnistag im Pensionistenhaus Gustav Klimt erhalten die Bewohner Unterstützung von Jugendlichen.
Ein junger Mann vom Verein T.I.W. steht hinter einer Seniorin, die eine VR-Brille trägt, in einem hellen Gemeinschaftsraum.

Von Frederike Reisiger 

Die Nutzung von digitalen Geräten ist heutzutage kaum mehr wegzudenken. Etwa bei Behördenwegen, Gesundheitsangeboten oder um in Kontakt mit Familie und Freunden zu bleiben. Für viele Pensionistinnen und Pensionisten stellt die Benutzung von Handys oder Tablets jedoch eine große Herausforderung dar.

Im Pensionistenwohnhaus Gustav Klimt in Penzing hat man dafür eine einfache Lösung gefunden: Den Pensionisten sind am Donnerstag im Zuge eines „digitalen Erlebnistags“ erstmals Jugendliche des Vereins für Training, Integration und Wirtschaft (T.I.W.) zu Hilfe gekommen. Der Verein verfolgt das Ziel, sozial benachteiligte Jugendliche am Arbeitsmarkt zu integrieren.

Erlebnisprogramm

Im Fokus stand neben dem Nützlichen aber vor allem auch der Spaß: Den Pensionisten wurde etwa die Möglichkeit geboten, auf der Nintendo Switch gegeneinander im Tennis oder Volleyball anzutreten, auf Tablets verschiedene Bilder auszumalen oder mittels Google Earth unterschiedliche Orte auf der Welt zu erkunden. Das Highlight blieb aber die VR-Brille, mit der die Senioren in die Unterwasserwelt eintauchen, oder einen Spaziergang durch Venedig machen konnten.

Faszination unter den Senioren

Die 81-jährige Bewohnerin des Pensionistenhauses Sylvia Bukowski zeigte sich fasziniert: „Ich bin wie in einer anderen Welt. Ich konnte innerhalb von Sekunden vom Gustav Klimt Haus nach Venedig reisen. Das weckt viele Erinnerungen.“

Es ging aber nicht nur um digitale Geräte: Für die meisten Pensionisten ist es das erste Mal, dass sie mit Künstlicher Intelligenz in Berührung kommen. Bei einer der zahlreichen Stationen hatten sie Gelegenheit, sich virtuell zu verkleiden oder Bilder generieren zu lassen.

Der 16-jährige Toprak erzählt, dass viele Pensionisten überrascht davon seien, was die KI alles könne. Der Bewohner Andreas Praprotnik (84) konnte sich mit Topraks Hilfe virtuell verkleiden – sogar ein neues Gesicht hat er sich zugelegt. Er beschreibt die neue Erfahrung als „ungewohnt“.

„Wir wachsen mit digitalen Medien auf, aber für alte Menschen ist das sicher schwer, zu lernen und zu verstehen. Deshalb finde ich es cool, wenn wir ihnen dabei helfen und sie uns alles fragen können“, sagt die 17-jährige Salma.

Senior und Jugendlicher betrachten gemeinsam ein Selfie mit Filtern auf einem Tablet, bevor ihre Gesichter vertauscht werden

Senior und Jugendlicher betrachten gemeinsam ein Selfie mit Filtern auf einem Tablet. nchdem ihre Gesichter vertauscht wurden.

Projektauftrag

Das Programm „Ausbildungsfit“ vom Verein T.I.W. wird vom Sozialministerumsservice Wien und dem Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert. Das Projekt verbinde „digitale Bildung mit sozialer Gemeinschaft“ und sorge dafür, dass „Senioren Sicherheit im Umgang mit digitalen Technologien gewinnen und Jugendliche ihre Kompetenz erweitern“, heißt es vom Verein.

Begeistert vom Projekt zeigte sich auch Daniela Weinholz, die Gründerin des Vereins Qualitätszeit, der ebenfalls am Erlebnistag beteiligt war. Es sei von großer Bedeutung, diese Art von Projekten zu unterstützen, sagt sie. Würde es diese Workshops nicht geben, würden ältere Menschen den Umgang mit der Technik und den digitalen Angeboten „wahrscheinlich nie kennenlernen“.

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