Aus Garage wird Begegnungsort: "Das Willi" eröffnet
Wer an der Fassade des Integrationshauses Wien in der Engerthstraße 163 vorbeigeht, übersieht den neuen, kleinen Eingang fast. Ein grünes Tor, darüber ein gelbes Neon-Schild mit dem Schriftzug „das Willi“. Dahinter öffnet sich ein Raum, der früher einmal eine Garage war. Wo einst Autos standen, sitzen heute Bewohner des Hauses und Menschen aus der Nachbarschaft zusammen.
Mit „das Willi“ hat das Integrationshaus im 2. Bezirk nach jahrelanger Planung einen Begegnungsraum eröffnet. Die Idee begleitet das Haus bereits seit seiner Gründung 1995. Bisher habe es aber im Haus kaum Möglichkeiten dafür gegeben, sagt Integrationshaus-Geschäftsführerin Susanne Lettner. „Unser Ziel war es, einen konsumfreien Ort zu schaffen, der die Menschen verbindet und die Integration aktiv fördert. Das haben wir jetzt geschafft.“
Offizielle Eröffnung am 18.Mai
Obwohl die offizielle Eröffnung erst am vergangenen Montag stattfand, hat es in den letzten Wochen bereits erste Veranstaltungen wie das persische Neujahrsfest im Begegnungsraum gegeben. Künftig sollen hier auch Filmabende, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und Freiwilligenprojekte stattfinden.
An der offiziellen Eröffnung nahmen Vorstandsmitglied Sepp Stranig (v.l.n.r.), Geschäftsführerin Susanne Lettner, Peter Resetarits, Vorstandsmitglied Beatrix Neundlinger, Bürgermeister Michael Ludwig und Geschäftsführer Martin Wurzenrainer teil.
Auf der Website des Integrationshauses sollen alle Veranstaltungen, die öffentlich zugänglich sind, ausgeschrieben werden. „Es gibt verschiedene Aktivitäten – einerseits für Hausbewohnerinnen selber und andererseits natürlich auch für Nachbarn“, so Lettner. Zudem kann der Raum entgeltlich für externe Veranstaltungen gemietet werden.
Die Idee für den Begegnungsraum wurde laut Beatrix Neundlinger, langjähriges Vorstandsmitglied, ab 2018 konkreter. 2022 folgte ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), bei dem über eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt Wien gesprochen wurde. Der Bau begann schließlich im Frühjahr 2025, fertiggestellt wurde der Raum Anfang diesen Jahres.
Kosten von 400.000 Euro
Ursprünglich waren Kosten von rund 340.000 Euro geplant. Die Stadt Wien finanzierte etwa zwei Drittel davon, rund 225.000 Euro. Während der Bauarbeiten fielen laut Lettner aber zusätzliche Kosten an, insgesamt schätzt sie das Projekt auf 400.000 Euro. Weitere Ausgaben wurden durch Spenden getragen.
Für Bürgermeister Ludwig ist das Projekt ein wichtiger Beitrag zum Zusammenleben in der Stadt. „Projekte wie das Willi im Integrationshaus sind von unschätzbarem Wert für unser gesellschaftliches Miteinander“, sagte er bei der Eröffnung. Solche Orte würden „nicht nur physische Räume schaffen, sondern auch Brücken zwischen Kulturen und Generationen“.
Benannt wurde der Begegnungsraum nach dem 2022 verstorbenen Musiker und Aktivisten Willi Resetarits. Er war einer der prominentesten Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Integrationshauses. Bekannt wurde er auch durch die Verkörperung seiner Kunstfigur "Ostbahn-Kurti". Sein Bruder Peter Resetarits sagte bei der Eröffnung, die Familie sei „sehr stolz“ darauf, wie das Andenken an Willi weitergetragen werde. Und: „Willi hätte der neue Ort sehr gut gefallen.“
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