Chronik | Wien
31.07.2018

Initiative möchte Michaelerplatz neu gestalten

Nach Umgestaltung der Herrengasse schließen sich nun die Anrainer dieses Platzes zusammen

Der Michaelerplatz, argumentieren seine Anrainer, ist einer der wichtigsten Plätze der Stadt. Liegt er doch zwischen Hofburg, Kohlmarkt und Herrengasse, befinden sich hier doch geschichtsträchtige Gebäude wie das Looshaus (als erstes Haus der Moderne) oder das Palais Herberstein (das bis vor Kurzem das legendäre Café Griensteidl beheimatete). Und auch schon in der Römerzeit habe sich hier ein wichtiges Straßenkreuz befunden.

Doch gerade dieser Platz, argumentieren die Anrainer weiter, sei überhaupt kein Platz. Er sei nur ein Verkehrsknotenpunkt, sei dreckig und uneben, habe keine Lebensqualität. Auch Besucherbefragungen der Burghauptmannschaft hätten ergeben, dass die Mehrheit der Gäste den Michaelerplatz nicht einladend findet.

Ideen sammeln

Eine Initiative bestehend aus Anrainern möchte das nun ändern. Sie stellten am Dienstag ihr Projekt „Michaelerplatz plus“ vor, das am Ende zur Umgestaltung führen soll.

Am Podium saßen Wolfgang Spitzy, der schon bei der Neugestaltung der Herrengasse federführend war, Burghauptmann Reinhold Sahl, Pater Erhard Rauch von der Pfarre St. Michael und Florian Jonak, Sprecher der beiden Einkaufsstraßen Kohlmarkt und Graben.

Fertiges Konzept gibt es noch keines. Die Initiative fordert nun die Bewohnerinnen und Bewohner auf, ihre Ideen einzubringen. Auf der Homepage michaelerplatz.at können sie das ab sofort tun. Ein paar Vorschläge haben die Anrainer aber bereits: Eine einheitliche Ebene würde dem Platz helfen, meinten sie. Sowie ein anderer Bodenbelag. Und auch dem Verkehrsaufkommen stehen sie kritisch gegenüber.

Pater Rauch wünscht sich zudem einen richtigen Kirchenvorplatz. „Wir haben derzeit so wenige Hochzeiten bei uns, weil vor der Kirche einfach kein Platz ist“, sagt er. Und weil der Platz abschüssig ist und sich im Laufe des Tages der Dreck, das Abwasser, der Unrat der Pferde vor der Kirche sammeln würde.

Apropos sammeln. Ideen sammeln werde man nun drei, vier Monaten lang. Im Anschluss will die Initiative einen Vorschlag professionell ausarbeiten lassen. Dieser soll dann den entscheidenden Stellen vorgelegt werden. Wann genau, darüber hielten sich die Anrainer noch bedeckt. Wer die Kosten tragen soll, das komme darauf an, was genau geändert werde. Wolfgang Spitzy denkt an eine Aufteilung zwischen Anrainern und öffentlicher Hand - ähnlich wie bei der Herrengasse.

Im Büro der Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) begrüßt man dieses Vorgehen. Man habe ja schon bei der Herrengasse gut miteinander kooperiert.

Im Büro von Bezirksvorsteher Markus Figl ( ÖVP) steht man dem Projekt verhaltener gegenüber: „Für solche Themen gibt es Ausschüsse und Kommissionen. Da kann die Initiative aber gerne vorstellig werden.“

Die Homepage der Initiative finden Sie hier.