Chronik | Wien
05.03.2018

In einer Nacht elf Brände in Häusern gelegt

Sechs Menschen wurden verletzt. Ein Unbekannter dürfte in vier Bezirken Feuer gelegt haben.

Die Nacht auf Montag sollte für die Wiener Berufsfeuerwehr arbeitsintensiv werden: Der erste Brandalarm wurde um 21.30 Uhr in der Lazarettgasse in Wien-Alsergrund ausgelöst. Sofort machten sich fünf Löschfahrzeuge und die Berufsrettung mit dem Katastrophenzug auf den Weg, um die Bewohner eines Mehrparteienhauses zu retten. Drei Menschen wurden wegen Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht, zwei wurden vor Ort versorgt. Dieser Einsatz sollte aber nur einer von insgesamt elf sein, die nach ersten Erkenntnissen wohl ein Brandstifter zu verantworten hat.

In allen Fällen war das Feuer im Stiegenhaus oder im Keller der Wohnhäuser ausgebrochen. Der Verdächtige legte eine Serie von Bränden in Rudolfsheim-Fünfhaus, Alsergrund und Ottakring.

Der letzte Coup des Feuerteufels fand schließlich in Meidling statt. Um 0.45 Uhr bemerkte Anrainer Ljubisa Stingic plötzlich intensiven Rauchgeruch in seiner Wohnung. "Ich bin Wirt und bin zum Glück erst spät von der Arbeit gekommen. Als ich die Wohnungstür aufgemacht habe, war das Stiegenhaus schon voller Rauch." Die Feuerwehr evakuierte das Wohnhaus in der Albrechtsbergergasse. Auch dort musste eine Verletzte von der Rettung versorgt worden.

Die geretteten Bewohner waren einen Tag nach dem Brand ratlos, wie der Verdächtige in den Keller eindringen konnte. Das Haus ist mit einem Tor zum Vorhof, mit einer Haustür und mit einem Schloss zur Kellertür gesichert, die der Eindringling alle geöffnet hat. "Es ist ein Wahnsinn. Der Brandstifter muss in Kauf genommen haben, dass wirklich Menschen sterben", sagt Stingic.