Razzia im Rotlichtviertel

© APA/dpa/Bernd Thissen / Bernd Thissen

Chronik Wien
02/21/2020

Illegale Prostitution in Wien flog wegen kranker Freier auf

17 Frauen und Männer wurden angezeigt. Die Dienstleistung wurde im Internet angeboten.

Die Wiener Polizei hat am Mittwoch und Donnerstag Razzien in Privatwohnungen in mehreren Wiener Bezirken durchgeführt. Die Hinweise für die Durchsuchungen sollen von kranken Freiern gekommen sein.

"Auslöser für diesen umfangreichen, wienweiten Einsatz waren Mitteilungen von Kunden von Sexarbeiterinnen, die sich mit ansteckenden Krankheiten infiziert hatten, sowie diverse Hinweise auf den illegalen Betrieb von anderen Betreibern und Nachbarn", heißt es von der Polizei.

Das Referat für Prostitutionsangelegenheiten ermittelte bereits seit mehreren Wochen im Milieu in Privatwohnungen. Die in diesen Räumen tätigen Frauen bieten ihre Dienstleistungen im Internet an.

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An zwei Tagen wurden in 17 Wohnungen Kontrollen durchgeführt, wobei verdeckte Ermittler als Kunden auftraten. Bei den Kontrollen wurden insgesamt 77 Anzeigen wegen illegaler Prostitution erstattet. Die Beamten nahmen Strafen in der Höhe von rund 18.000 Euro ein.

Wohnungen geschlossen

Neun dieser Wohnungen wurden an Ort und Stelle polizeilich geschlossen und versiegelt, die Wohnungsvermieter und Eigentümer wurden ebenfalls angezeigt.

Das Alter der 17 angezeigten Frauen und Männer lag zwischen 22 und 60 Jahren. Die Frauen stammten aus Österreich, China, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen, Bulgarien, Brasilien und Somalia.

Rund 20 Beamte der Fremdenpolizei, des Landeskriminalamtes und speziell ausgebildete verdeckte Polizeiermittler waren an dem Einsatz beteiligt. Einige Fälle werden noch vom Landeskriminalamt auf strafrechtliche Relevanz wie etwa Menschenhandel überprüft.

Vermehrt Transsexuelle in Sexarbeit tätig

Bei den Kunden waren es vor allem unangenehme, aber leicht therapierbare übertragbare Krankheiten, die diese zu Hinweisen bei der Exekutive veranlasst hat.

Der Referatsleiter für Prostitutionsangelegenheiten Wolfgang Langer sagt zudem, dass es in der Szene gegenwärtig zu einem Zuwachs an transsexuellen Männern gekommen ist, die ihre Dienste illegalerweise in Wohnungen anbieten.

Es handelt sich hier um südamerikanische Staatsangehörige sowie Sexarbeiter aus Bulgarien. „Warum es hier einen Anstieg gibt, ist uns aber nicht bekannt“, sagt Langer.

Nachdem die Sexarbeiter, die ihre Dienste ebenfalls auf Online-Plattformen anbieten, dort nur die Telefonnummer zur Kontaktaufnahme hinterlassen, ist eine neue Adresse im Falles des Auffliegens der illegalen Prostitution kein großes Problem, schildert der Leiter des Referats die Problematik.

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