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Chronik Wien
12/10/2020

"Ich bin der Staat!" hat ein Nachspiel vor dem Richter

Dem ehemaligen Pressespecher von Dominik Nepp wird schwere Nötigung vorgeworfen.

von Michaela Reibenwein

Der ehemalige Pressesprecher des damaligen Wiener FPÖ-Vizebürgermeisters Dominik Nepp muss sich im Jänner vor einem Richter verantworten: Werner Kaizar wird schwere Nötigung vorgeworfen.

Die Vorgeschichte sorgte für Schlagzeilen: Kaizar soll im Dezember des Vorjahres dem Ex-Mann seiner damaligen Lebensgefährtin (jetzt Ehefrau) gedroht haben: „Ich bin der Staat, wir machen dich fertig!“ Als ihm das Gegenüber (vertreten von Rechtsanwalt Nikolaus Rast) ein „persönliches Treffen“ vorschlug, soll Kaizar nachgelegt haben: „Ich bin Intimus des Magistrats, überlegen Sie sich ganz gut jeden Schritt, jedes Wort. Ich dreh Ihnen jede Firma zu. Sie haben die Polizei am Hals. Sie sind ein Wurm!“

„Einfluss bis nach oben“

Weitere Drohungen sollen im März gefallen sein – wenn man sich in einem Obsorgeverfahren nicht einige, käme jede Woche die Behörde vorbei. Sein Einfluss reiche bis oben.

Gegenüber der Gratis-Zeitung Heute rechtfertige Kaizar die Aussagen damit, dass er sie „aus Liebe“ getätigt hätte. Seine Frau sei einst „zwangsverheiratet“ worden – was ihm eine Anzeige wegen Verleumdung einbrachte.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe zog die Stadt Wien die Reißleine. Kaizar verlor seinen Job als Pressesprecher wegen „großer Verletzung der Dienstpflicht“. Er wurde mit sofortiger Wirkung fristlos entlassen.

Den Job will er allerdings wieder zurück. Kaizar hat die Stadt Wien beim Arbeitsgericht auf Wiedereinstellung geklagt.

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