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Chronik Wien
11/19/2020

"Ich bin der Staat!": Gefeuerter Pressesprecher klagt Stadt Wien

Werner Kaizar war Pressesprecher von Dominik Nepp. Nach wüsten Verbalattacken wurde er gefeuert – jetzt geht er zum Arbeitsgericht.

von Michaela Reibenwein

Pressesprecher sind der Öffentlichkeit in der Regel selten bekannt. Werner Kaizar ist da eine Ausnahme. Der ehemalige Pressesprecher des (Noch-) FPÖ-Vizebürgermeisters Dominik Nepp und ausgewiesene Pferde-Fan wurde mit Aussagen bekannt, die wohl eher nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht waren – und gab dann selbst ausgiebige Interviews zum pikanten Sachverhalt. Sein Arbeitgeber, die Stadt Wien, feuerte den 42-Jährigen nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Doch jetzt begehrt der ehemalige Pressesprecher seine Wiedereinstellung – und klagt die Stadt. Ein entsprechendes Verfahren am Arbeits- und Sozialgericht ist anhängig.

Doch was war geschehen? Kaizar soll dem Ex-Mann seiner nunmehrigen Frau am Telefon gedroht haben: „Ich bin der Staat! Meine Kompetenz in dieser Stadt ist jedes Projekt, jedes Projekt in der Stadt zuzudrehen. Ich bin Intimus der Landespolizeidirektion Wien, des Magistrats!“

"Sie sind ein Wurm!"

Als sein Gegenüber ein „persönliches Treffen“ vorschlug, soll Kaizar nachgelegt haben: „Überlegen Sie sich ganz gut jeden Schritt, jedes Wort, was Sie ab jetzt tun. Ich dreh Ihnen jede Firma zu. Sie haben die Polizei am Hals, Sie haben den Magistrat am Hals.“ Und dann noch: „Sie sind ein Wurm!“ Ein entsprechendes Protokoll des Telefonats liegt dem KURIER vor.

Nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagierte die Stadt Wien und zog die Reißleine. Der Mitarbeiter wurde wegen „großer Verletzung der Dienstpflicht“ mit sofortiger Wirkung fristlos entlassen.

„Aus Liebe“

Kaizar betonte in einem Interview mit der Gratiszeitung Heute, er hätte „aus Liebe“ gedroht. In diesem Interview behauptete er allerdings auch, dass seine damalige Lebensgefährtin und jetzige Frau einst „zwangsverheiratet“ wurde – was ihm eine Anzeige wegen Verleumdung einbrachte. Zudem laufen Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs, gefährlicher Drohung und Nötigung.

„Ich habe mich im Ton vergriffen. Aber ich würde es wieder tun. Ich habe mich schützend vor meine Frau gestellt“, erklärte er im Interview mit der Gratiszeitung.

Anwalt Nikolaus Rast, der den beschimpften Ex-Mann vertritt, stellte schon im vergangenen Mai fest: „Von Berufs wegen sollte der Mann eigentlich wissen, was er sagen kann, und was nicht.“

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