Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

„Snoopy“ starb nach Attacke: Besitzerin erhielt 15.000 Euro

Zwei Hunde-Besitzerinnen einigten sich nach einem tödlichem Angriff in Wien-Favoriten auf einen Vergleich.
Hunde, Attacke, Quellenstraße, Favoriten

Es war ein langer Kampf, den Ortrun G. nach der tödlichen Attacke auf ihren „Snoopy“ ausfechten musste: Ihr weißer Malteser-Mischling starb im vergangenen November, nachdem ihn ein anderer Hund beim Spazierengehen in der Quellenstraße angegriffen hatte. Nun gibt es einen Vergleich.

Beide Hundebesitzerinnen hatten damals eingegriffen, wurden dabei aber selbst verletzt, wie Fotos belegen. Die 56-Jährige wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht, „Snoopy“ kam auf die Intensivstation auf der Vetmed-Klinik. Acht Tage später war der Malteser-Mischling tot. 

Entschuldigt habe sich die andere Hundebesitzerin, Frau P., bei Ortrun G. nie. Vielmehr erstattete die Hundebesitzerin Anzeige gegen die 56-Jährige, wegen Körperverletzung. Nachdem sie davon erfahren hatte, erstattete Frau G. ebenso Strafanzeige. Sie sagte aus, dass der Hund von Frau P. nicht angeleint war. Die Staatsanwaltschaft entschied damals, das Verfahren einzustellen – ein „Verschulden konnte nicht mit erforderlicher Sicherheit nachgewiesen werden“.

Verfahren fortgesetzt

Auf Nachfrage bei der Behörde hieß es, es könnte nicht festgestellt werden, welcher Hund welche Person gebissen habe. Petra Laback, Rechtsanwältin von G., beantragte daraufhin die Fortführung des Verfahrens. Mit Erfolg – die Staatsanwaltschaft setzte das Ermittlungsverfahren fort.

Hunde, Attacke, Quellenstraße, Favoriten

Nach acht Tagen erlag der Hund den Verletzungen.

Nun konnten sich die beiden Hundebesitzerinnen auf einen Vergleich einigen. „Wir haben wochenlang verhandelt, zunächst haben sie mir 10.000 Euro geboten, aber das wären nur die Behandlungskosten und ein Teil der Rechtsanwaltskosten gewesen, kein Schmerzengeld“, schildert Ortrun G. den langwierigen Weg. Schließlich wurden ihr 15.000 Euro zugesprochen. „Im zivilrechtlichen Verfahren hätte ich sicher mehr bekommen. Aber mein Problem ist, dass ich dann nie abschließen kann“, erklärt die Hundebesitzerin.

Hunde, Attacke, Quellenstraße, Favoriten

Frau G. erlitt nicht nur Verletzungen an den Händen, sondern leidet auch an einer Belastungsstörung.

"Immer noch Angstschübe"

Die Attacke auf „Snoopy“ beschäftigt sie bis heute. „Ich habe immer noch Angstschübe, wenn ich die Frau mit ihrem Hund sehe. Einmal wäre ich fast in einen Zaun gefahren.“ Sie hätte sich von der anderen Hundehalterin gewünscht, dass diese mehr Verantwortung übernimmt. Für die Zukunft plant Ortrun G., eine Hundekampagne mit einem Hundecoach ins Leben zu rufen. „Ich werde den Hundehaltern sagen, was ich jetzt alles weiß, was man sich in solchen Situationen tun sollte. Dass denen so etwas nicht passiert“, so G.

Kommentare