Chronik | Wien
19.06.2018

Humanenergetiker: Werbekampagne gegen das lädierte Image

Die Berufsgruppe der Wirtschaftskammer will österreichweit mit Werbungen über ihr Tun aufklären.

Eine Frau, die müde am Schreibtisch lümmelt in blass gehalten; eine Frau, die lächelnd vor ihrem Laptop sitzt und telefoniert in starken Farben. Ein Mann, der träge im Sofa hängt, abermals in blass gehalten; ein Mann, der mit ausgestreckten Armen seinem Kind entgegen kommt – in kräftigen Farben. Darüber prangt jeweils der Slogan „Finde deine Energie“. Die Berufsgruppe der Humanenergetiker in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) wirbt seit 18. Juni österreichweit mit Plakaten, Hörfunkspots, Onlinewerbung und auf Social Media für ein besseres Image.

18.000 Mitglieder

Mit dem Start der Werbekampagne möchte die Berufsgruppe in den Dialog mit Österreich treten und „Klischees und Vorurteilen zum Thema Energetik mit Fakten begegnen“, wie es in einer Aussendung der WKO heißt. Mit 18.000 Mitgliedern zählt die Berufsgruppe der Humanenergetiker zu einer der stärksten innerhalb der WKO. „Wir Humanenergetiker setzen in unserer Arbeit auf Ethik sowie Verantwortung und stellen hohe Qualitätsstandards in den Vordergrund unserer Tätigkeit. Das wollen wir in unserer Kampagne auch ganz bewusst machen“, sagt Michael Stingeder, Fachverbandsobmann der Persönlichen Dienstleister.

„Die dubiosen Vorkommnisse um einen falschen Energetiker rund um das Krankenhaus Nord im März“ seien nicht Auslöser für die Kampagne gewesen. Der Dialog mit der Öffentlichkeit sei schon länger geplant gewesen. „Die Bestrebungen des Fachverbands, mehr Klarheit in der Öffentlichkeit über Humanenergetik zu schaffen, wurden dadurch aber bestärkt“, fährt Stingeder fort.

Dreistufiges Modell

Bereits 2014 wurden Standesregeln für alle Mitglieder beschlossen. 2015 wurde außerdem ein dreistufiges Qualitätssicherungsmodell – Bronze, Silber und Gold – entwickelt. Dies soll „den Kunden der heimischen Energetiker Sicherheit bei den rechtlichen Rahmenbedingungen der Energetik geben“, heißt es. Durch die freiwillige Qualifizierung der Mitglieder soll die Seriosität der Dienstleistung sichergestellt werden.

Im dreistufigen Verfahren werden die Mitglieder auch darüber aufgeklärt, dass sie keine Heilungsversprechen abgeben dürfen. Den Gold-Status haben derzeit allerdings lediglich 350 Mitglieder.