© Kurier/Gilbert Novy

Kurzweilig
09/28/2018

Häupl und Pröll am heißen Stuhl: Man bringe den Karikaturisten!

KURIER-Karikaturist Michael Pammesberger sollte eigentlich länger auf der Bühne stehen – aber immerhin war er letztlich dabei.

von Michael Pammesberger

Wissen Sie, wie der Pröll und der Häupl sich gegenseitig begrüßen? Wenn Sie einander treffen, beide im Ruhestand mittlerweile, quasi Veteranen. Ich kann Ihnen das nämlich sagen, weil ich dabei war und es eigenäugig gesehen hab am KURIER-Tag!

Weil das hat mich schon erstaunt: Hacken zusammen, strammgestanden und salutiert! Militärisch! Wie zwei, die im Krieg waren gemeinsam, damals! Also eh Seite an Seite, nicht gegeneinander. Ja, das waren die ja auch irgendwie in all den Jahren. Politik ist ja kein Montessori-Kindergarten, eher ein Schlachtfeld manchmal. Und die beiden haben ja durchaus auch den Bihänder beherrscht und mit der Mörsergranate umzugehen verstanden, nicht immer nur Florett oder Gummi-Hendl.

Eigentlich hätte ich mit den beiden „Legends“ auf der Bühne auftreten sollen, da hätte ich die beiden diesbezüglich fragen können (Erster Weltkrieg oder Franzosenkriege? Hahaha...), aber der Helmut Brandstätter hat mich vergessen und sich verplaudert, und da bin ich nur eine Minute auf die Bühne gekommen, da kannst du praktisch nur noch Grüß Gott sagen und dass du eh beide immer sehr gern gezeichnet hast blabla… mehr nicht. Dass wir ein Buch gemeinsam gemacht haben, der Michael Häupl und ich, hab ich noch angebracht, während die mich von der Bühne gezerrt haben. Es heißt „Man bringe den Spritzwein!“. Ich: Zeichnungen, Häupl: Sprüche, Peter Ahorner: hat die Arbeit gehabt. Jetzt nicht, dass Sie glauben, Häupls weise Bonmots aus den 60 Jahren (gefühlt) Amtszeit täten einen 4000-Seiten-Wälzer füllen, na: eher ein Postkartenformat um 10 Euro. Aber immerhin, Pröll-Sprüche-Buch gibt’s (noch) gar keins.

Den beiden scheint es aber wirklich gut zu gehen, Entzugserscheinungen zur Politik werden bestritten, ich glaub denen aber (ein grundsätzlicher professioneller Habitus) nix: Ich glaube vielmehr, die werken beide noch recht heftig im Hintergrund bei den ganzen Gschäftln und Dings, sooo weg sind die gar nicht.

Eins hat der Pröll noch exklusiv verraten: Er habe jetzt das Grillen entdeckt! (Rennrad fahren war ja nicht so...) Stellen Sie sich vor, das wär zu seiner Amtszeit passiert: Krems hätte ein T-Bone-Steak-Museum (in Form eines Kugelgrills), Tulln eine Schweinskotelett-Messe, und St. Pölten wäre Weltgrillhauptstadt. Das Pröll-Buch wird also eher kein Sprüche- sondern ein Grill-Buch. „Man bringe die Kaskrainer!“ wird es heißen, das Titelblatt werde selbstverständlich ich zeichnen, ich habe es schon vor mir!

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