Entscheidung fix: Habersatter wird Militärchef von Wien
Habersatter war zuletzt in Mautern stationiert.
Im Wiener Militärkommando kommt es nach mehr als einem Jahrzehnt zu einem Wechsel an der Spitze: Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, soll Brigadier Christian Habersatter auf Brigadier Kurt Wagner folgen, der den Posten seit 2012 innehatte und nun in den Ruhestand geht.
Habersatter gilt als erfahrener Offizier mit internationalem Profil. Der gebürtige Salzburger steht seit 1988 im Dienst des Bundesheeres, absolvierte die Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie sowie den Generalstabslehrgang und war in zahlreichen Führungsfunktionen tätig.
Zuletzt kommandierte er die 3. Jägerbrigade in Mautern, die als „Brigade Schnelle Kräfte“ gilt.
Zentrale Schnittstelle
Internationale Erfahrung sammelte Habersatter unter anderem bei Einsätzen am Balkan und in Afrika.
2019 war er zudem erster österreichischer Kommandant der EU-Trainingsmission in Mali. Nun setzte sich der Offizier für diesen prestigeträchtigen Job, der vor allem von vielen Repräsentationsaufgaben geprägt ist, gegen mehrere Bewerber durch. Die Letztentscheidung traf Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), eine Art Mitspracherecht hatte auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Habersatters Vorgänger Wagner prägte in den vergangenen 14 Jahren vor allem die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und Einsatzorganisationen. Das Militärkommando fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Bundesheer, Behörden und Bevölkerung und spielt eine wichtige Rolle bei Assistenzeinsätzen sowie in Krisen- und Katastrophenlagen.
Rennen um Top-Job
Unterdessen läuft hinter den Kulissen bereits das Rennen um einen noch wichtigeren Job im Bundesheer. Gesucht wird ein neuer Generalstabschef – und damit der Nachfolger von Rudolf Striedinger, der im September 2026 in Pension gehen wird.
Wer der oberste General des Bundesheeres wird, soll sich in den kommenden Wochen entscheiden. Vor allem zwei Offiziere dürfen sich dem Vernehmen nach Hoffnungen auf den Top-Job (mindestens 13.187,10 Euro brutto monatlich) machen: Die größten Chancen werden Bruno Hofbauer zugerechnet. Der gebürtige Grazer wurde im Dezember 2023 zum stellvertretenden Generalstabschef bestellt. Der 59-Jährige war bereits Kommandant der 3. Panzergrenadierbrigade und für die Grundsatzplanung im Ministerium zuständig.
Gute Karten dürfte aber auch Rüstungschef Harald Vodosek haben, der für militärische Anschaffungen in Österreich verantwortlich ist.
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