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Chronik Wien
09/13/2012

Giftköder-Alarm in Gartenstadt

Tierquälerei: In der Siedlung Am Tivoli soll ein Hundehasser sein Unwesen treiben. Ein Vierbeiner starb. Die Tierhalter sind verunsichert.

von Nihad Amara

In der Gartenstadt Am Tivoli in Wien-Meidling sind Hundebesitzer nervös. "Achtung!!!", prangt auf A4-Zetteln, die auf Trafostationen und Säulen kleben. Gewarnt wird vor einem Tierhasser, der Giftköder streuen soll – und gleichzeitig auch der Gesuchte, den man ausforschen will. "Wer tut so etwas?", fragt Hildegard Barth, die gerade ihren Beagle-Welpen ausführt. "Vier Hunde sind bereits tot", erzählt ein anderer Anrainer aus dem geöffneten Fenster. Wo? "Ich glaub’, da drüben, am nächsten Weg." Jeder weiß zwar Bescheid, aber niemand kennt einen Betroffenen.

Die Polizei bestätigt Ermittlungen in einem Fall. Santo, der zehnjährige Schäferhund von Margrit Tollar, starb vergangenen Dienstag. "Er ist elendiglich eingegangen und wies klare Vergiftungssymptome auf", erzählt die 56-Jährige. Eine Obduktion des toten Tieres gab es nicht. Klarheit könnte ein Knochen bringen, der im Garten einer Bewohnerin landete und in einem Labor nach Gift untersucht wird.

Kopfgeld

Der Österreichische Tierschutzverein lobte tausend Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Ein solcher wurde bisher noch in keinem Fall gefasst, sagt Vereinsobfrau Susanne Hemetsberger. Ist das Gerede von Giftködern gar nur eine urbane Legende? "Nein, es gibt immer wieder Anlassfälle." Das "Kopfgeld" soll die Bewohner sensibilisieren.

Der Wiener Tieranwalt Hermann Gsandtner bringt das Problem auf den Punkt: "Ausschließen kann man eine Vergiftung nie. Wir konnten aber noch keine nachweisen." Einem Hinweis nachzugehen gleiche einem Stille-Post-Spiel. "Jeder hat nur etwas gehört." In der MA 60 nimmt man Warnungen ernst. "Wir fahren hin, versuchen, die Köder zu finden", sagt Abteilungsleiter Walter Reisp. Von den rund 20 gemeldeten Verdachtsfällen im heurigen Jahr hat sich keiner erhärtet. Vereinzelt, sagt der Veterinär, gebe es aber psychopathische Hundehasser. Was rät er besorgten Hundebesitzern? "Einen Maulkorb, um den Hund zu schützen."

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