Noch mehr Sex in the City

© KURIER/Martin Gnedt

Chronik | Wien
10/30/2015

Gibt es noch ein zweites Puff in der Lugner-City?

Weiteres Etablissement wirbt für käuflichen Sex im Einkaufscenter

Schon der Internetauftritt verrät eigentlich alles: Hier „werden Träume wahr“. Die „junge Marina“ wirbt mit ihrem „wunderschön üppigen Busen“. Zwei sogenannte Massagestudios bieten so ihre Dienste an, die Gesichter der angeblichen Masseusen sind großteils unkenntlich gemacht, die Frauen posieren in eindeutigen Posen. Laut einschlägigen Internetforen läuft das Geschäft hier seit Jahren offenbar sehr gut. Detailreich wird von Kunden geschildert, was dort offenbar in Wahrheit angeboten wird: Sex gegen Bargeld.

Die beiden Etablissements sind im Dachgeschoß der Lugner City untergebracht und bringen nun - wie berichtet - den Hausherren, Richard Lugner, in Konflikt mit dem neuen Wiener Prostitutionsgesetz. Denn vor Kurzem wurde eines der beiden Etablissements nach einer Kontrolle polizeilich gesperrt. Von den Tätigkeiten in diesen Salons will der 83-jährige Society-Löwe aber gar nichts mitbekommen haben: „Wir haben 200 Geschäfte bei uns. Ich schaue doch nicht überall nach, wo jemand Geschlechtsverkehr hat“, sagt er zum KURIER. „Es gibt sicher keine Puffs in der Lugner City“, betont Lugner.

Doch die Polizei hat den Laden wegen Verdachts auf Prostitution dichtgemacht. Auf Anfrage bestätigt dies auch Hofrat Wolfgang Langer vom zuständigen Prostitutions-Referat der Wiener Landespolizeidirektion. Ansonsten heißt es aber von ihm nur: „Kein weiterer Kommentar.“

Lugner wurde einvernommen

Mit der Änderung des Wiener Prostitutionsgesetzes im Jahre 2011 macht sich jedenfalls auch der Eigentümer (und nicht mehr nur der unmittelbare Betreiber) strafbar. Laut Lugner wurde in seinem Einkaufscenter gleich daneben bereits einmal ein Aromastudio offenbar mit ähnlichen Zusatzleistungen betrieben. Deshalb sei er von der Polizei sogar einvernommen worden.

Bis zu 14.000 Euro Strafe

„Damals musste ich zur Polizei und dort wurde ich gefragt, ob die Mädchen Höschen anhatten. Ich bin doch kein Spürhund und schaue, ob meine Mieter Unterwäsche tragen“, meint der Baumeister. Er habe dann den Mietvertrag mit dem Aromastudio gekündigt. Die Folge davon ist aber: Lugner gilt damit als Wiederholungstäter, weshalb eine höhere Geldstrafe (bis zu 7000 Euro) fällig werden dürfte. Und nun könnte sie sogar zweimal fällig werden, wegen jedem der zwei Studios.

Ob das zweite Studio noch in Betrieb ist, ist vorerst unklar, der Internetauftritt besteht noch. Lugner wurde jedenfalls auch in anderen Fällen schon mit dem Rotlicht in Verbindung gebracht, so soll er laut Medienberichten Eigentümer von zwei Gebäuden in Wien sein, in denen auch ein Laufhaus und eine bekannte Rotlicht-Bar untergebracht sind. Gegenüber dem KURIER weist Lugner diese Unterstellungen aber entschieden zurück: Ihm, beziehungsweise seiner Stiftung, gehören nur Gebäude im Bereich der Lugner City. Mit dem Rotlicht habe er gar nichts am Hut. Dass Laufhäuser ein gutes Geschäft sind, „habe er von jemandem erzählt bekommen“. Er selber habe damit allerdings gar nichts zu tun. „Ich habe kein Mietverhältnis mit irgendwelchen Rotlicht-Lokalen.“