Chronik | Wien
07.09.2018

Für einen sicheren Schulweg: Bei Polizeipräsenz wird gebremst

Die Wiener Polizei sorgt noch bis nächste Woche für mehr Sicherheit auf dem Weg in die Klasse.

Bereits zum neunten Mal sorgt der KURIER mit „Vorrang für Kinder“ für einen sicheren Schulweg. Wie wichtig die Aktion ist, zeigt ein aktueller Verkehrsunfall, bei dem ein Schüler angefahren wurde.

Der Neunjährige hatte sich am Donnerstag kurz vor 7 Uhr alleine auf den Weg gemacht und auf der Jedleseer Straße in Floridsdorf zwischen zwei geparkten Autos die Fahrbahn betreten. Eine Autofahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste den Burschen. Er wurde verletzt, zog sich Abschürfungen zu und musste von der Rettung versorgt werden. Die Mutter des Jungen erfuhr von der Polizei vom Unfall. Vergangenes Jahr ereigneten sich österreichweit rund 500 solcher Unfälle.

200 Standorte

Im Zuge der Aktion werden seit Montag an bestimmten Standorten in Wien Kreuzungen sowie Schutzwege von der Polizei besetzt. „Es gibt in Wien 200 Positionen, die gesichert werden. Davon sind rund 65 von Schülerlotsen besetzt“, erklärt Michael Takacs, Leiter der Landesverkehrsabteilung.

In der Millergasse in Mariahilf positionierten sich Dienstagfrüh zwei Beamte. Volksschüler David hatte bereits seinen zweiten Schultag vor sich, den Weg in die Klasse hatte die Familie aber noch nicht geprobt.

„Wir werden die ganze Woche noch üben“, verspricht seine Mutter. Weitaus mehr Erfahrungen hat der neunjährige Aurelio, der bereits die vierte Klasse besucht und seine Erfahrung weitergeben möchte: „Wir sind immer denselben Weg gegangen, aber immer ein Stück mehr. Jetzt darf ich schon alleine gehen.“

Auch bei der Volksschule Galileigasse in Wien-Alsergrund wurde Mittwochfrüh im Zuge der Aktion der Schulweg gesichert. Gleich vier Beamte postierten sich bei der Kreuzung Sobieskigasse/Sechsschimmelgasse und geleiteten die Kinder sicher über die Straße. Ein Familienvater erzählt, dass er – wie von Verkehrsexperten empfohlen – vergangene Woche bereits den Schulweg mit den Kleinen geübt hatte.

Lasermessungen wurden von der Exekutive bei der Kreuzung nicht durchgeführt. „Da bewirkt unser Auftreten mehr“, schildert einer der Polizisten.

Besuch in Klassen

Um den Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr beizubringen, besucht die Polizei die Schüler auch regelmäßig in den Klassen. „Die Kinder sind dabei immer ehrlich“, erzählt eine Beamtin. Sätze wie „meine Oma geht mit mir immer bei Rot drüber“, „wir fahren nur bei orange“ oder „mein Papa gurtet sich nie an“ seien leider keine Seltenheit. Die Experten raten daher, den Kindern gleich von klein auf das richtige Verständnis mitzugeben. Denn Kinder beobachten gerne und lernen eben von den älteren Verkehrsteilnehmern.