Angeklagter kam in Wien mit Drogen zum Prozess
Angeklagter kam mit Drogen zu seinem Prozess, Landesgericht Wien
Eigentlich hätte sich der Angeklagte am Mittwoch nach seinem Prozess wegen gefährlicher Drohung freuen können. Der Richter fällte einen Freispruch. Doch noch während der Verhandlung klopfte es an der Tür. Eine Security-Mitarbeiterin verkündete: „Entschuldigung, die Polizei wäre jetzt da.“
Der Mann war schon beim Zutritt ins Landesgericht für Strafsachen in Wien aufgefallen. Bei der Sicherheitskontrolle strömte intensiver Duft aus seinem Rucksack. Bei der Nachschau fanden die Sicherheitsmitarbeiter einen braunen Würfel – Cannabisharz.
Zu seiner Verhandlung durfte der Mann, der ohne Rechtsanwalt gekommen war, dennoch. Dort musste er sich verantworten, weil er ein Ehepaar wüst beschimpft und bedroht haben soll. „Es gab ständig Todesdrohungen von mehreren Telefonanschlüssen“, schilderte das Opfer. Die Frau erzählte: „Er stand vor dem Haus, ich fürchte mich seither.“
Drohungen verpufft
Doch vor Gericht hatten sich die Drohungen „in Luft aufgelöst“. Angebliche bedrohliche Textnachrichten waren nicht auffindbar. Der Angeklagte wiederum behauptete, dass das Paar es auf ihn abgesehen habe. „Aufgrund der Suchtergebenheit, die wir auch heute gesehen haben, hat er sich verfolgt gefühlt“, resümierte der Richter.
Doch vor der Tür des Verhandlungssaales hatten sich bereits drei Polizisten in Position gebracht und nahmen den Iraker mit seinem Rucksack in Empfang. Woher das Cannabisharz komme? „Das ist alt“, erklärte er den Polizeibeamten.
Nächster Drogenfund-Alarm
Es blieb nicht die einzige Drogen-Amtshandlung im Landesgericht. Noch während die Polizei die Daten des Mannes aufnahm, der nächste Drogenfund im Haus: Eine Frau, die ihren Sohn zu seiner Gerichtsverhandlung begleitete, hatte ebenfalls Verdächtiges in ihrer Tasche: Einen weißen Kristall, mutmaßlich Crystal Meth. Der sei ihr untergeschoben worden, erklärte sie. Der Sohn musste allein zum Prozess.
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