Mit Leberkäse gegen Woke und Ausländer: Kurswechsel-Tour à la FPÖ
Dominik Nepp und Maximilian Krauss (beide FPÖ) gehen auf Tour.
Fairness und Kurswechsel. Diese Schlagworte dominieren bei der Präsentation der "Kurswechsel-Tour", die FPÖ-Landesparteichef Dominik Nepp mit Klubobmann Maximilian Krauss am Dienstag im Rathaus präsentiert hat.
Und während im Innenhof des Rathauses die Vorbereitungen für eine Job-Pressekonferenz von SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig laufen, wettert der blaue Stadtrat im blauen Klubzimmer gegen den Stadtchef, "der komplett die Kontrolle über Wien verloren" habe.
Kurswechsel "wird 2030 abgeschlossen"
Nepp will diese Tour im Juni starten "und 2030 abschließen". Also mit der nächsten Gemeinderatswahl sozusagen vollziehen.
Den Kurswechsel will Nepp für die Stadt, sein eigener Kurs bleibt jenem der FPÖ treu. Es geht mit einem Foodtruck voll mit Leberkäse in alle Bezirke der Stadt. Die Angriffspunkte: Die Ausländer, die Woken und Queeren, die Finanzen, die Sicherheit, die Bildung.
Alte Schlagworte nicht neu verpackt
Die Schlagworte sind nicht neu. Aktuell nimmt Nepp den "Wunderheiler Braco" ins Visier, dessen "absurdes Schauspiel" bei den Festwochen von Ludwig "mit allen Woken und Queeren als normal abgefeiert" werde.
Es geht um die Finanzen und dass die Stadt "nur mehr auf Pump" lebe, während bei "Asyl und Sozialhilfe nicht gespart" werde. Da kritisiert der FPÖ-Mann sogar die Erhöhung der Wiener Jahresnetzkarte.
Aber auch den "Sanierungsstau" in den Wiener Wohnungen will Nepp auf seiner Kurswechsel-Tour ansprechen: "Es ist menschenunwürdig, dass Häuser seit 87 Jahren nicht saniert wurden."
"Früher gab es nur Wirtshausschlägerei"
Darüber hinaus wünscht sich Nepp die Zeit seiner Jugend zurück, als man "vielleicht einmal in eine Wirtshausschlägerei geraten" sei. Jetzt müsse man sich vor Messerstechern und Machetenmännern fürchten, sogar am Tag. "Die Waffenverbotszonen sind reine Augenauswischerei", fügt Krauss hinzu.
In dem Zusammenhang kommt auch die immer wiederkehrende Forderung nach einer Strafmündigkeit für 12-Jährige - die von Experten übrigens genau so oft abgelehnt wird.
"Österreichische Staatsbürger unterstützen"
Und dann sind die Ausländer und vor allem der Islam omnipräsent. Er wolle vor allem "österreichische Staatsbürger unterstützen und mehr für jene tun, die das Land aufgebaut haben".
Von der Ludwig-Babler-SPÖ werde hingegen "die Mindestsicherung nur so hinausgepulvert". Nur gegen jene Ausländer, die hier arbeiten und keine Sozialleistungen beziehen, hat Nepp nichts.
"Völlig überfordert und unfähig"
Später geht es auch gegen den pinken Regierungspartner Neos. Vor allem in den Schulen sei die "völlig überforderte und unfähige Bildungsstadträtin" (Bettina Emmerling, Anm.) säumig, wie FPÖ-Klubchef Maximilian Krauss plakativ den Zustand der Wiener Schulen darstellt: "Statt der von ihrem Vorgänger Christoph Wiederkehr versprochenen Bildungspaläste haben wird jetzt Integrationsruinen." Er spricht von "Zwangskonvertierungen" und "christlichen Mädchen, denen das Kopftuch aufgezwungen" werde. Belege dafür gibt es nicht.
Parallelgesellschaften seien längst Realität, Nepp fordert, dass alle Dreijährigen eine Sachstandsfeststellung in Deutsch durchlaufen sollen: "Wer nicht Deutsch kann, muss verpflichtend Deutschkurse absolvieren."
Das gelte auch für die Eltern der betroffenen Kinder - samt empfindlicher Strafen, wenn die Kurse nicht absolviert werden.
Gestartet wird mit der Tour im Juni, die Termine sind ab Mittwoch auf der FPÖ-Website abrufbar.
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