Chronik | Wien
09.11.2017

Flughafen Wien-Schwechat: Gesichtserkennung bereits aufgebaut

Biometrische Passkontrolle wird nun getestet. Für Fluggäste startet sie Mitte Dezember.

Bei der Einreise am Flughafen Wien-Schwechat sind bereits die ersten E-Gates aufgebaut. Auf sechs sogenannten Einreisespuren wird es schon bald erstmals in Österreich eine automatische Gesichtserkennung geben. Wer einreist, legt seinen Pass auf eine Art Scanner und wird fotografiert. Nur wer zu dem Bild in seinem Reisedokument passt und nicht in einer nebenher laufenden Fahndungsabfrage aufscheint, darf passieren. Alle anderen werden künftig von einem Polizisten abgeholt und noch einmal genauer beamtshandelt.

Bereits kommende Woche werden erste interne Betriebstests durchgeführt, am 1. Dezember beginnt dann ein zweiwöchiger Testbetrieb mit Freiwilligen. "In dieser Zeit kann es immer wieder sein, dass das System abgeschaltet und neu justiert wird", erklärt der Polizeikommandant des Flughafens, Oberst Leopold Holzbauer.

Ab Mitte Dezember soll das System auf den ersten sechs Spuren dann vollautomatisch und problemlos für alle interessierten Fluggäste laufen. Niemand muss durch die Kontrolle, aber jeder kann. Es wird entsprechende Erklärungen vor den E-Gates geben. "Vor allem Geschäftsreisende werden sie nutzen, sie sind das von anderen Flughäfen bereits gewohnt", meint Holzbauer. In Frankfurt oder München sind bereits idente Systeme im Volleinsatz.

Die händischen Kontrollen durch Polizeibeamte werden nicht eingespart und können ebenso aufgesucht werden. Für den Reisenden gebe es also nur Vorteile, wird betont. Ob es für die Fluggäste elektronisch oder händisch schneller geht, kann vorerst niemand sagen. Holzbauer geht davon aus, dass es kaum einen Unterschied geben wird. In Summe sollte die Wartezeit jedenfalls kürzer werden, weil sechs neue Abfertigungsspuren dazukommen.

Nur für EU-Bürger

Den automatischen Fotoabgleich können vorerst allerdings nur EU-Bürger durchführen. Die sechs Schleusen werden deshalb alle als "EU-Spur" gekennzeichnet. Mit dem Begriff Gesichts(feld)erkennung ist man im Innenministerium dabei nicht ganz glücklich, der Begriff "automatische Grenzkontrolle" sei der richtige, heißt es.

Nach und nach wird die Zahl der E-Gates aufgestockt. Zu Jahresende sollen es bis zu 25 sein, am Ende 50. Rund fünf Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Grund sind auch verschärfte EU-Grenzbestimmungen, die im Oktober in Kraft getreten sind.