ESC: Wiener Polizei rechnet mit Hackerangriffen

Die Planungen der Stadt mit der Polizei zum Song Contest laufen auf Hochtouren: So gab es ein Treffen mit Hoteliers aus dem ersten Bezirk, auch Arbeitsgruppen zu Cybercrime und Staatsschutz wurden gegründet.
ESC BANNER AN DER WIENER STADTHALLE

400 Seiten ist das Sicherheitskonzept zum 70. Eurovision Song Contest lang. Das Event gilt als „Hochrisikoveranstaltung“, dementsprechend bedeckt halten sich Stadt und Polizei mit näheren Informationen zu den Sicherheitsvorkehrungen.

Fest steht, dass es mehrere Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Bereichen gibt, erklärte der Wiener Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan: „Wir haben eine eigene Arbeitsgruppe zu Cybercrime eingerichtet, das wird natürlich ein großes Thema sein. Wir rechnen auf alle Fälle mit Hackerangriffen.“ 

Im Vorfeld des ESC habe es zudem zahlreiche Betrugsfälle mit Tickets gegeben. „Man braucht nur jetzt schauen, beim Ticketverkauf, der ja online über die Bühne gegangen ist, da hat es schon unzählige Plattformen gegeben, die gefälschte Tickets angeboten haben“, schilderte Csefan.

„Alle werden überprüft“

Auch eine Arbeitsgruppe Staatsschutz wurde ins Leben gerufen, die in engem Austausch mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst steht. Dort finden auch die Sicherheitsüberprüfungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt, die beim Song Contest beschäftigt sind. 

„Vom Caterer angefangen über den Security bis hin zum Kosmetiker, jeder, der im Einsatz zum Song Contest stehen wird, wird sicherheitspolizeilich überprüft. Nur dann darf er auch angestellt werden“, betonte der Polizeivizepräsident. Dies betreffe auch die Volunteers. Der ORF suchte im Vorfeld mehrere Hundert Freiwillige, die Aufgaben wie Gästemanagement, Logistik und Akkreditierung übernehmen.

"Flughafensicherheit" in der Stadthalle

Der Song Contest 2026 findet in der Wiener Stadthalle statt. Dort werde „Flughafensicherheit“ gelten, sagte Csefan. Die Personen müssen durch einen Scanner gehen – auch beim Neujahrskonzert und beim Opernball wurden diese Scanner genutzt. Auch Spürhunde werden vor Ort im Einsatz sein. Zudem gilt eine strikte „No-Bag-Policy“ – dies wird aber nicht von der Polizei, sondern vom Veranstalter vorgeschrieben. Es wird aber Spindschränke geben, in denen Gegenstände verstaut werden können, die nicht mit in die Halle genommen werden dürfen.

Hoteliers treffen Polizisten

Auch Wien Tourismus ist in die Planungen zum Song Contest involviert. Bei einem Vernetzungstreffen lernten die Hoteliers aus dem ersten Bezirk die Grätzelpolizistinnen und Grätzelpolizisten der Innenstadt kennen. „Gerade bei einer internationalen Großveranstaltung wie dem Eurovision Song Contest ist es entscheidend, frühzeitig informiert zu sein und abgestimmt zu handeln“, betonte Wien-Tourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner.

Bei dem Treffen ging es um mögliche Demonstrationen und Platzverbote rund um den ESC, temporäre Sperren rund um die Ringstraße, Staatsbesuche, den Umgang mit VIP-Gästen sowie Amtshandlungen in Hotels. Im Vordergrund stand die „Weiterentwicklung wirksamer Sicherheitsmaßnahmen“, heißt es in einer Aussendung von Wien Tourismus.

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