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Souvenir oder Glumpert? ESC-Merchandise teils zu Wucherpreisen

Wien wird derzeit mit rosa-violetten ESC-Utensilien überschwemmt. Lohnt es sich, diese aufzuheben? Vom 2015er-Event werden immer noch Mitbringsel gehandelt – zu teils horrenden Preisen.
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Wer zum großen Finale des Eurovision Song Contest eine Gartenparty schmeißen will und noch einen perfekten Eyecatcher sucht, der sollte jetzt aufmerksam sein: Auf dem Online-Marktplatz willhaben.at wird nämlich ein singendes Pärchen in Lebensgröße – er im dunklen Smoking, sie im Regenbogen-Kleid – angeboten.

Sie sind nicht nur originell, sondern auch original – wenn auch schon elf Jahre alt: Damals luden die beiden (in Parks platzierten) Aufstellerfiguren nämlich zum „Eurovision Park Contest“, weshalb sie sowohl das offizielle ESC-, als auch das Stadtgärten-Logo tragen. „Der Hingucker bei jeder Song-Contest-Party“, preist Verkäufer „Bernhard“ aus Simmering die beiden an.

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Seit elf Jahren am Secondhand-Wartegleis: Die ESC-Lok gibt es auch im ÖBB-Shop – neu und billiger.

Bisher leider erfolglos – vielleicht, weil er die Kleinigkeit von 220 Euro dafür haben möchte. Immerhin lässt er bei einem „ernsthaften Angebot“ mit sich verhandeln.

ÖBB-Lok und ULF-Tram

Verhandeln sollten Kleinbahn- und ESC-Fans auch mit „Willhaben“-Verkäufer „J.“, der eine vollständig im Song-Contest-Look gebrandete ÖBB-Lok anbietet: 199 Euro müssen für den Modellzug mit dem „Building-Bridges“-Schriftzug locker gemacht werden.

Damit ist der Verkäufer aus Oberösterreich aber wohl auf dem falschen Gleis unterwegs: Denn im ÖBB-Fanshop wird dasselbe Modell (immer noch) abverkauft. Und zwar für bloß 149,50 Euro – mit Garantie.

Ein Ladenhüter dürfte auch der kleine Bruder dieser Lok sein – der ESC-ULF: Die Wiener Tram in Song-Contest-Bemalung, die damals monatelang tatsächlich durch Wien kurvte, kostet aktuell 340 Euro. Allerdings bedingt der näherrückende ESC 2026 eine rapide Preisbremse: Denn „Marc“ wollte in der Vorwoche noch 400 Euro für den Mini-ULF, auf den offenbar niemand richtig abfährt.

Nützlich oder unnütz?

Womit unweigerlich die Frage auftaucht: Lohnt es sich, all das Nützliche und Unnütze, mit dem ganz Wien dieser Tage beim Song Contest regelrecht überschwemmt wird, aufzuheben? Für sich als Erinnerung – oder um später damit vielleicht einmal (etwas) Geld zu lukrieren?

Von „Willhaben“-Pressesprecher Andreas Pucher kommt insofern keine klare Antwort, als erfolgreiche Transaktionen zu ESC-Utensilien nicht erhoben werden können. Nachweisen lasse sich nur ein „erhöhtes Suchinteresse“ im Vorfeld des

ESC – nämlich „15- bis 20-mal stärker“ als sonst –, vor allem, was Tickets betrifft. Pucher glaubt aber, dass die Sammelleidenschaft und der Umsatz angekurbelt werden könnten, „wenn es eine erfolgreiche Platzierung gibt“.

Dies ist freilich das Manko aller 2015er-Gimmicks: Österreich landete mit „I Am Yours“ von The Makemakes nur auf dem 26. Rang – wie Deutschland das Schlusslicht mit zero points. Ein identitätsstiftender Franz-Klammer-Moment sieht anders aus.

Wer dennoch noch etwas von damals ergattern möchte, kann dies auch für fast zero Euro tun: Das offizielle Kaffeehäferl (Farbe leicht abgeblättert) ist bei Verkäufer „V.“ um wohlfeile vier Euro abzuholen; die Sonderbriefmarke gibt es um acht Euro; genauso viel kostet auch ein Magnet mit dem ESC-Logo. Zu haben sind auch noch ein Fan-Schal (10 €), Bierdeckel (18 €), eine Kappe (30 €) und ein Wasserkrug (70 €).

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Zu haben auf Willhaben: Häferl im Building-Bridges-Look. 

Apropos Schal: Auch von anderen globalen Events, die zu Gast in Wien und Österreich waren, gibt es noch jede Menge Erinnerungsstücke, die auf Abnehmer warten: Ein – angeblich originaler – Fan-Schal von Ajax Amsterdam anlässlich des Champions-League-Finales 1995 im Prater ist für eher günstige 50 Euro erhältlich. „Stefan“ hat denselben auch im Look des Wiener Finalgegners Milan – auch der für einen 50er.

EU 2006 und Euro 2008

Alternativ kann man um diesen Preis auch eine „Originale Krawatte der österreichischen EU-Präsidentschaft 2006“ erstehen: „Wilhelm“ hat sie für „Willhaben“-Stöberer extra so lange im Originalkarton aufgehoben. Der Preis sei, wie in der Politik, „verhandelbar“.

Und dann gibt es von der Fußball-EM 2008 auch noch jede Menge Kuriositäten am Online-Marktplatz: etwa eine (entwertete) Eintrittskarte von Österreich vs. Kroatien für

satte 18 Euro. Für den „Official Matchball“ sollen gar 380 Euro rausgeschossen werden; und ein fünf Meter langes, zerknittertes UEFA-Banner sucht für 250 Euro einen neuen Besitzer (und findet ihn seit 18 Jahren nicht.)

Wie gut, dass man selbst damals diverse EM-Fähnchen und EM-Bändchen aufgehoben hat. Nicht, um diese irgendwann zu Geld zu machen. Sondern, um sie ungesehen im Keller altern zu lassen.

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