© Nihad Amara

Chronik Wien
06/25/2012

Erste Spur im Meidlinger Doppelmord

Eine 89-Jährige und ihre Pflegerin wurden am Freitag in einer Wohnung in Wien-Meidling brutal ermordert. Die Polizei bittet um Hinweise.

von Michael Berger

Wir glauben hier alle auf unserer Stiege, dass sich die Heimhilfe in ihrem Bekanntenkreis verplappert hat. Denn Frau Stephanie hat über ihr Barvermögen, das sie in der Wohnung versteckt hatte, nie ein Wort verloren", erzählt Nachbarin Renate Koll beim KURIER-Lokalaugenschein im Gemeindebau in der Böckhgasse in Meidling.

Wie berichtet, wurden dort vergangenen Freitag die 89-jährige Wohnungs­mieterin Stephanie V. und ihre langjährige Heimhilfe Halina H. (54) mit jeweils mehreren Messerstichen getötet. Danach legten der oder die Täter an zwei Stellen in der Wohnung Feuer.

Polizeisprecher Thomas Keiblinger bestätigte Recherchen im Umfeld der ge­töteten Heimhilfe, die aus Polen stammt: "Die aktuellen Ermittlungen gehen auch in diese Richtung."

Das betagte Mordopfer Stephanie V. galt als extrem vorsichtig und verschwiegen. An ihrer Wohnungstüre ließ sie eine Alarmanlage installieren. Nachbarin Koll: "Ihr Sohn ist fast jeden Tag zu Besuch gekommen. Die beiden hatten sich sogar einen Klingel-Rhythmus für die Sprechanlage ausgemacht." Daher verwundert es die Kriminalisten, dass die Wohnungstür der Pensionistin unbeschädigt war. Dem oder den Mörder(n) wurde also die Tür geöffnet.

Otto P. (61) wohnt seit 20 Jahren im Gemeindebau und kannte Frau V. gut: "Einem Fremden hätte sie nie aufgemacht. Und bei der Haustür sind die Verbrecher sicher mit einem Generalschlüssel, wie ihn die Post hat, hereingekommen. So einen Schlüssel hat ja heute jeder."

Polizei bittet um Hinweise

Die über das Wochen­ende durchgeführten Obduktionen ergaben, dass die Stichkanäle an den Opfern nicht ident sind. Somit könnten zwei verschiedene Messer von zwei Tätern verwendet worden sein. Tatwaffen wurden bis dato jedoch nicht gefunden.

Bei der Höhe des versteckten Barvermögens will sich die Polizei nicht fest­legen. Mindestens 10.000 Euro gelten aber als sicher. Denn die Seniorin bewahrte ihr gesamtes Erspartes in der kleinen Wohnung auf.

Am Montag wurde auch der Tatzeitpunkt eingegrenzt. Die beiden Frauen kamen zwischen 11.30 und 13.10 Uhr zu Tode. Schon um 13.12 Uhr wurde die Feuerwehr von Nachbarin Koll verständigt. Der gelegte Brand konnte die Spuren demnach nicht vernichten.

Sollte die Mord-Theorie zutreffen, könnte die Red­seligkeit der Heimhilfe ihr selbst und Stephanie V. das Leben gekostet haben. Die Polizei bittet unter  01/31310 – 33112 oder 33800 um sachdienliche Hinweise.

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