Chronik | Wien
16.11.2018

Rafreider kündigt Nachspiel für "sensationsgierige" Medien an

ORF-Moderator meldet sich mit erster Nachricht nach Einstellung der Anzeige wegen Körperverletzung zu Wort.

Erleichterung bei ORF-Moderator Roman Rafreider nach der Einstellung des Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Körperverletzung. "Mein Mandant war immer von der österreichischen Justiz überzeugt und ist es heute umso mehr. Beziehungen werden manchmal emotional gelebt und es fallen Äußerungen, die man später lieber nicht gesagt hätte. Das ist aber noch lange nicht strafbar, auch wenn das manche Beteiligte in dieser Angelegenheit aus Gründen, die besser nicht näher erläutert werden sollten, gerne gehabt hätten", teilte sein  Anwalt Oliver Scherbaum in einem schriftlichen Statement mit.

Seiner Lebengefährtin und ihrem Sohn wünsche Rafreider jedenfalls alles Gute für ihre Zukunft, erklärt der Anwalt. Weniger freundliche Worte fand Rafreider für Medien, die den Fall öffentlich gemacht haben: "Was die nach Sensation gierende Berichterstattung bestimmter Medien betrifft, wird es sicherlich ein Nachspiel geben müssen, weil in Österreich gültige Gesetze mit Füßen getreten wurden“, wird Rafreider zititiert. Hier das gesamte Statement im Wortlaut:

 

„Mein Mandant war immer von der österreichischen Justiz überzeugt und ist es heute umso mehr. Beziehungen werden manchmal emotional gelebt und es fallen Äußerungen, die man später lieber nicht gesagt hätte. Das ist aber noch lange nicht strafbar, auch wenn das manche Beteiligte in dieser Angelegenheit aus Gründen, die besser nicht näher erläutert werden sollten, gerne gehabt hätten. Herr Rafreider wünscht seiner ehemaligen Lebensgefährtin, mit der er viele schöne Momente in seinem Leben geteilt hat, und ihrem Sohn jedenfalls alles Gute für ihre Zukunft. Was die nach Sensation gierende Berichterstattung bestimmter Medien betrifft, wird es sicherlich ein Nachspiel geben müssen, weil in Österreich gültige Gesetze mit Füßen getreten wurden.“

 

Rückkehr als Anchorman?

Zu seiner beruflichen Zukunft gab Rafreider kein Kommentar ab. Auch sein Arbeitgeber gab sich auf KURIER-Nachfrage zugeknöpft.Ein Sprecher des ORF verweist auf ein Gespräch, das kommende Woche von Verantwortlichen mit Rafreider geführt werden wird. Davor gibt es keine darüber hinausgehende Stellungnahme, teilt der Sprecher mit.

Anfang Oktober war es zur Anzeige wegen Körperverletzung und gefährlichen Drohungen gekommen. Seine Ex-Freundin soll zur Polizei gegangen sein. Rafreider war mit schweren Vorwürfen der häuslichen Gewalt gegen seine Lebensgefährtin konfrontiert gewesen. Noch dazu ist es in sozialen Online-Medien und in Boulevard-Zeitungen zu wilden Spekulationen gekommen. Die veröffentlichten SMS-Meldungen und WhatsApp-Nachrichten seien völlig aus dem Kontext gerissen worden, versicherte Rafreider.

Schon im KURIER-Interview schwor Rafreider bei dem Leben seines Sohnes, dass er noch nie in seinem Leben eine Frau geschlagen habe, "übrigens auch keinen Mann", ergänzte der ORF-Moderator. Wegen der "Gewalt-Affäre" war der "ZIB"-Moderator vorübergehend beurlaubt worden.